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Erster Abschnitt. Zweites Kapitel.
Zweites Kapitel.
Von den Wirkungen der Kräfte.
§• 15 .
Unsere bisher rein mathematischen Untersuchungen überdie Bewegung wollen wir jetzt auf die uns umgebende Kör-perwelt anwenden und statt der sich bewegenden mathema-tischen Punkte die Bewegung physischer Körper in Be-trachtung ziehen, die wir aber, vor der Hand wenigstens,gleichfalls nur als Punkte, oder doch so klein annehmenwollen, dass ihre Dimensionen ganz ausser Acht gelassenwerden können.
Hier tritt uns nun sogleich die der reinen Mathematikfremde Relation zwischen Ursache und Wirkung entgegen.Es ist nämlich nicht möglich, dass ein physischer Körper,welcher in Ruhe ist, ohne äussere Ursache sich zu bewegenanfängt, und eben so wenig, dass ein sich bewegender Kör-per ohne äussere Ursache die Richtung und Geschwindigkeitseiner Bewegung ändert. Ohne eine fremde Einwirkung wirdein ruhender Körper fortwährend in Ruhe bleiben, und einsich bewegender ohne Aufhören in gerader Linie mit un-veränderter Geschwindigkeit fortgehen. Diese allgemeineEigenschaft der Körper, der zufolge sie ihren Zustand, erbestehe in Ruhe oder Bewegung, nicht selbstlhätig zu ändernim Stande sind, wird die Trägheit der Körper genannt.
Welches die den Zustand der Körper ändernden Ur-sachen sind, untersuchen wir hier nicht näher, sondernziehen bloss die Wirkungen derselben in Betracht und legenuns daher Fragen von etwa folgender Art zur Beantwortungvor: Es sind zwei oder mehrere Bewegungen gegeben; wel-ches wird die Bewegung eines Körpers sein, wenn die Ur-sachen, welche einzeln ihm die gegebenen Bewegungen mil-theilen, gleichzeitig auf ihn einwirken? — Oder: ein Kör-per, der sich bisher geradlinig und gleichförmig bewegte,ändert nirit^hvh .«Aino Richtung und seine Geschwindigkeit;