Druckschrift 
Zweites Jahresgedächtniß des 20. Novembers 1837
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

nichtig! werden. Darum wird der Freier mit seiner Werbungabgewiesen; es bleibt bei dem Alten und das Volk unabän-derlich bei seinem Sinne.

So werde denn zum mindesten die Aufhebung des Con-cordates ausgesprochen, und die Verbindung mit Rom, demmorschen, zusammenbrechenden, und mit der hinsterbenden Hierar-chie durch Zurückrufung des Geschäftsträgers gänzlich auf-gehoben! Das Mittel ist gut, den Wünschen des ungeduldi-gen Publikums soll entsprochen werden.— Rom hat sich her-beigelassen, ein Ultimatum ist dahin ergangen.— Rom bcharrthartnäckig und die völlige Zurückrufung ist daher wieder zwei-felhast geworden. — Es ist eine reine Erdichtung, daß manmit einem gänzlichen Abbrechen der Verbindung umgegangen,weil es sich nur allzusehr herausgestellt, daß der verschlungeneKnoten nur in Rom gelöst werden kann. Das Volk hörtdem Streite der Blätter darüber stillschweigend zu, und bleibtbei seinem Sinne.

Der Freiherr von Sandau wird mit seiner gesalbtenSalbaderei den harten Sinn des Volkes am Besten schmci-digen; so werde er denn mit Profusion ausgetheilt! Die Salbewird applicirt und eingerieben, aber des Volkes harter Sinnwill sich weder schmcidigen noch erweichen.

»Die fünf Oberpräsidenten der Provinzen von gemischtenBevölkerungen sind nach Berlin einberufen worden, und derFürstbischof von Breslau ist ihnen beigegeben, um mit derCentralregierung die nöthigcn Maaßnahmen in dem waltendenKirchenstreite zu berathen. Die als unzulänglich erkanntenStaatsgesctze in Betreff des Verhältnisses der Regierung zumkatholischen Ekerns sollen revidirt, und Vorschläge zur Ergän-zung gemacht werden. -- Die Berufenen wohnen unausgesetzt