^ S9 ---
an ein Reißen und ein Weißen, ein Zerren und ein Plärren,ein Gebelle und Gehälle, die Mäntel werden zerrissen unddie Barte zerzaust; der absolute Vcrnunftstaat wird unter dieFüße getreten, die schöngeflochtcncn dialektischen Lockcnflcch-tcn werden aufgelöst, und die Perlen im Haare vor die Säuehingeworfen.
Sofort kommen die männcrtollgewordcncn Musen mitihren jungen Freunden herbeigetrabt. Der verschleierte Andro-gyn wird aufgestellt: Du Volk Israel sieh deinen Gott, derdich aus Aegyptcnland ausgeführt! Laß endlich von dem sin-stern, trübseligen alten Weibe ab, und pflege hier deines Ge-maches. Sofort beginnt die Moreska um das Kälblein her,aber die Hcmdchcn werden etwas zu hoch aufgehoben, daß dieWlößcn allzu zudringlich sich zum besten geben. Illckonc! sagt dievornehme Welt, und die wachsame Polizei stellt eilig nun sich ein,den Mantel der Liebe darüber auszubreiten. Unter dem Gezeltesetzt das Werk sich mit gutem Anstand fort, denn die Conscrip-tion würde leiden, ließe man die Sittcnrichterin allein gewäh-ren; die unvorsichtige Jugend wird nur gegen Billete eingelas-sen, Eingeweihte und Altersklugc treten zu ihrer Erlustigungohne weiteres herzu.
Endlich kommen die Preßbcngcl, eine große tausendar-mige Dreschmaschine, herangeflegclt. Das ist eine Lust, wie dieflinken Gesellen auf der Teno hcrumhandthieren, und dasKorn in den Boden schlagen, Staub und Streu aber in dieLüfte wirbeln. Wie sie also arbeiten, wird ein Heuschrecken-Heer fliegender Blätter aufgestört, die in Schaarcn sich zu-sammcnthuend alle Lande überziehen, und keine Grüne übriglassen. Die Schwärme werden nicdcrgeregnct, da steigt ausden Leichen der Pesthauch der Lüge in dickein Brodem auf,