ders. Sohin ein Getümmel der Meinungen, ein Gewim-mel von Confessionen, ein Brausen vieler Wasser und einWehen vieler Winde ohne allen Accord. — — Vergnügtspricht die kluge Frau: das ist ja eben das Wunder derUnion, die die Zweige der auf getrennten Wurzeln stehendenBäume zusammenpropft; darum eben muß die alte Kirche,die sich im Guten nicht fügen will, die Schärfe des Zwangsempfinden,
So war die Intention, wie aber stand es um die Um-stände, unter denen die Erreichung des Zweckes, auf den siegerichtet war, unternommen wurde?
War die politische Lage der Macht, die sich des Wer-kes angenommen, eine so glückliche, daß sie ohne. Beden-ken in dieß uferlose Meer sich werfen konnte? Die Machthat auf der einen Seite den netten Absolutism, auf der anderndie manierliche Revolution zu Gränznachbarn. Den einen gelüstetnach ihrem Theil der Stromgebiete der östlichen, den Andernnach dem der westlichen Gränzflüße; und so zieht sie sich,gekreuzigt zwischen zwiefacher Abwehr, in schmächtiger undunkräftiger Ausrenkung hin; genöthigt, ihren Angehörigenzur Aufrechthaltung ihrer Künstlichkcit schwere Lasten aufzu-legen, und darum ihres guten Willens hoch bedürftig.
Sind aber etwa bei solcher Ungunst örtlicher Situationen dieZcitverhältnisse glücklicher gewesen? Die Erde bebt, die Was-ser schwanken in ihren Ufern, der Luftkreis ist sturmbewegt,die Geister gähren, alle Grundvestcn der moralischen Ord-nung unterwühlt und blosgcstcllt weigern sich längcrhin dieauf sie gelegte Last zu tragen; Pfeiler weichen, Säulen nei-gen, Wände treten aus dem Senkel, nun da nun dort einUmsturz, Was gestern noch gestanden ist heute schon vcrgan-