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Friedrich des Großen Betrachtungen über die Regierungsformen und die Pflichten der Regenten : von ihm selbst niedergeschrieben
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die passendsten sind. Man sieht aus dieser furzen Schilderung,welche umfassende Kenntnisse ein jeder dieser Theile erheischt.Hiermit muß nach ein gründliches Studium der örtlichen Be-schaffenheit dcS Landes verbunden sein, über welches das Ober-haupt zu regieren hat, so wie eine genaue Kenntnis! des Gei-stes der Nation. Denn wenn der Regent aus Unwissenheitfehlt, so wird er dadurch eben so schuldig, als durch die Fehler,die er aus Bosheit begangen haben möchte. Die einen sindFehler der Trägheit, die andern Fehler dcö HerzcnS; aber dasUebcl, das daraus entspringt, bleibt dasselbe für die Gesellschaft.

Die Fürsten, die Regenten, die Könige sind also nicht mitder höchsten Gewalt bekleidet, um sich ungestraft der Ausschwei-fung und dem Prachtanfwand zu ergeben; sie sind nicht überihre Mitbürger erhaben, damit ihr istolz in Schaugcprängensich brüste, und mit Verachtung die Einfalt der Sitten, die Ar-muth und Dürftigkeit verhöhne; sie sind nicht an die spitzedes Staats gestellt, um in ihrer Umgebung eine Menge NichtS-thucr zu unterhalten, deren Müßiggang und Untauglichkeit alleLaster erzeugt. Die schlechte Verwaltung der monarchischen Re-gierung hat viele verschiedene Ursachen, deren Quellen im Cha-rakter dcS Monarchen liegen. So wird ein Fürst, der denWeibern zugcthan ist, sich von seinen Maitressen und seinenGünstlingen regieren lassen, welche die Gewalt, die sie über ihnhaben, mißbrauchen, und sich derselben bedienen werden, umUngerechtigkeiten zu begehen, Menschen von verderbten Sittenzu beschützen, Stellen zu verkaufen und andere ähnliche Nichts-würdigkeiten zu verüben. Wenn der Fürst aus Trägheit dasStaatsruder gedungenen Händen, ich ineine, seinen Ministern,überläßt, dann zieht der Eine rechts, der Andere links, keinerarbeitet nach einem gemeinschaftlichen Plan. Jeder Ministerwirft das um, was er aufgebaut vorgefunden hat, wie gut auchdie Sache sein mag, um der Schöpfer von Neuerungen'zu wer-den, und um seine Ideen, oft aus Kosten deS öffentlichen Wohls,auszuführen; andere Minister, die diese ersetzen, beeilen sichilwcrscitS, alle diese Einrichtungen mit eben so geringer Gründ-lichkeit als ihre Vorgänger umzustoßen, schon zufrieden, alsErfinder zu gelten. So giebt diese Folge von Veränderung undWechsel keinem Plane Zeit, Wurzel zu fassen. K Hieraus entstehenVerwirrung, Unordnung und alle Fehler einer schlechten Verwal-tung. Die Pflichtvergessenen haben eine stets fertige Entschul-digung, sie verdecken ihre Schändlichkeiten mit diesen beständigenVeränderungen; und da diese Minister zufrieden sind, daß Nie-mand ihr Betragen Prüft, so hüten sie sich wohl, das Beispieldavon zu geben, und streng gegen ihre Untergebenen zu sein.Die Menschen fühlen Anhänglichkeit an daS, was ihnen an-gehört. Der Staat gehört diesen Ministern nicht; sein wahresWohl liegt ihnen also nicht am Herzen. Alles wird mit Nach-