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ganzen Lauterkeit erhalten. Warum? Weil die Menschen und daherauch ihre Werke unvollkommen sind/ weil die Bürger, von Leiden-schaften getrieben, sich durch das besondere Interesse, das immer dasallgemeine Interesse stürzt, verblenden lassen; weil endlich nichtsin dieser Welt beständig ist. In den Ariftokratiecn ist gewöhnlich derMißbrauch, den die ersten Glieder des Staats von ihrer Gewalt ma-chen, die Ursache daraus entstehender Revolutionen. Tie Demokratieder Römer wurde vom Volke selbst umgestürzt. Die verblendeteMasse der Plebejer ließ sich durch ehrgeizige Bürger bestechen,von denen sie darauf unterjocht und ihrer Freiheit beraubtwurde. Dasselbe Schicksal steht England bevor, wenn daS Un-terhaus das wahre Wohl der Nation nicht der schändlichen Be-stechung vorzieht, die cö so herabwürdigt. Waö die monarchi-sche Ncgicrungsform betrifft, so hat eö verschiedene Arten der-selben gegeben. Die alte Fcudalregierung, die vor einigen Jahr-hunderten fast allgemein in Europa bestand, war durch die Er-oberungen der Barbarei; entstanden. Der Feldherr, der eineSchaar führte, warf sich zum Herrscher des besiegten Landesauf, und vertheilte die Provinzen unter seine obersten Offiziere.Diese waren allerdings dem Oberherrn unterworfen, und ver-sahen ihn mit Truppen, wenn er deren verlangte. Da abereinige dieser Vasallen so mächtig wie ihre Gebieter wurden, bil-deten sich Staaten im Staate. Dieß wurde eine Quelle vonBürgerkriegen, woraus das Unglück der allgemeinen Gesellschaftentstand. In Deutschland sind diese Vasallen unabhängig ge-worden; in Frankreich, England und Spanien wurden sie un-terdrückt. DaS einzige Bild von dieser abscheulichen RegicrungS-form zeigt uns noch die Republik Polen. In der Türkei istder Herrscher eine Despot. Er kann ungestraft die empörend-sten Grausamkeiten begehe;;; allein durch die allen Barbaren soeigene Unbeständigkeit, oder durch eine gerechte Vergeltung ge-schieht cS oft, daß er erdrosselt wird. Was die wahrhaft mo-narchische RegicrnngSform betrifft, so ist sie die schlechteste, oderdie beste von allen, je nachdem sie verwaltet wird.
Wir haben bemerkt, daß die Bürger den Vorrang einemihres Gleichen nur zu Gunsten der Dienste, die sie von ihn; er-warteten, bewilligt haben. Diese Dienste bestehen darin, dieGesetze aufrecht zu erhalten, die Gerechtigkeit genau beobachtenzu lassen, mit aller Macht dem Sittenverdcrbniß entgegenzuwir-ken, den Staat gegen seine Feinde zu vertheidigen. DaS Ober-haupt muß sein Augenmerk auf den Ackerbau richten, Ueberflußan Lebensmitteln der Gesellschaft verschaffen, die Industrie undden Handel ermuntern. Eö ist einer beständigen Schildwachegleich, welche die Nachbarn und das Betragen der Feinde dcSStaats zu überwachen hat. Man verlangt von ihm, daß seineVorsicht und Klugheit bei Zeiten Verbindungen schließt, «nddie Verbünderen wählt, welche für die Wohlfahrt seines Staats