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D e r s u ch
über
die RegiertmgHformen und über die Pflichtender Regenten»
-Hm entferntesten Nltcrthnme führten die Völker, von denenNachrichten auf uns gekommen sind, ein Hirtenleben, ohne einegesellschaftliche Gesammthcit zu bilden. Was die Genesis vonder Geschichte der Patriarchen erzählt, gicbt dafür ein genü-gendes Zeugnis. Vor dem Volke der Juden müssen die Äegyp-ter gleichfalls in den vom Nil nicht überschwemmten Gegendenzerstreut gelebt haben. Viele Jahrhunderte sind gewiß verflossen,che der Strom so gebändigt ward, daß er den Einwohnern er-laubte, sich in Ortschaften zu sammeln. Die Geschichte der,Griechen lehrt uns die Namen der Gründer der Städte undder Gesetzgeber kennen, welche sie zuerst gesellschaftlich vereinig-ten. Gleich allen andern Bewohnern unscrS Erdballs hat sichdiese Nation lange in einem Zustande der Wildheit befunden.Wären die Annalen der EtruSkcr, der Samnitcr und Sabinerbis aus uns gelangt, so würden wir gewiß erfahren, daß dieseVolker, bevor sie sich gesammelt und vereinigt, in Familien ver-einzelt gelebt haben. Die Gallier bildeten schon Gemeinschaf-ten, als Julius Cäsar sie besiegte. Dagegen scheint Großbrit-tanien noch nicht so weit vorgeschritten gewesen zu sein, als esdieser Eroberer zum ersten Male mit den Römischen Truppendurchzog. Zur Zeit dieses großen ManncS konnten die Deut-schen sich nur mit den Irokesen, den Algonkincn und ähnlichenwilden Völkern vergleichen; sie lebten von der Jagd, dem Fisch-sang, und der Milch ihrer Hcerden. Ein Deutscher glaubtesich durch Feldbau erniedrigt, und gebrauchte die Sclaven, dieer im Kriege gewonnen, zu dieser Arbeit; mich bedeckte der Hcr-cynische Wald fast ganz die weite Landstrccke, die jetzt Deutsch-land ausmacht. Aus Mangel hinreichender Nahrung konnte dieNation nicht zahlreich sein. Unstreitig ist dicß die wahre Ur-sache der wunderbaren Wanderung der Völker des Nordens,welche nach dem Süden stürzten, um urbare Felder und einminder rauhes Klima zu suchen.
Man erstaunt, wenn man bedenkt, wie lange das Men-schengeschlecht in einem Zustande völliger Rohhcit, und ohneeine Gemeinschaft zu bilden, gelebt hat. Begierig forscht mannach der Ursache, die dasselbe dahin bringen konnte, sich zu einerVolksgemeinschaft zu vereinigen. Gewiß haben die Gewaltthä-tigkeiten und Räubereien benachbarter Horden bei den Verein-ig