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Chronik der Familie Fugger vom Jahre 1599
Entstehung
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Jahre früher geschehen. Es waren zwei Brüder, Johannnnd Ulrich Fngger, welche nach Augsburg zogen. Johanneskam damals zuerst allein dahin; erst 1376 kam Ulrich nach.Die Familie hatte sich schon in Graben mit Weben und Färbenbeschäftigt, denn diese Gewerbe waren in älterer Zeit immervereinigt; der NameFugger" heißt seiner altdeutschen Be-deutung nach nichts anders alsFärber", nnd eine ununter-brochene Ueberlieferung bezeichnet den älteren Fngger alsWeber. Neben dem Gewerbe hatten sie in Graben einigenFeldbau betrieben; denn es ist bekannt, daß spätere Fnggerdie Wiesen und Felder, welche das ursprüngliche Eigenthnmder Familie gebildet hatten nnd veräußert worden waren, alsdie Fngger nach Augsburg übersiedelten, wieder an sich brachten.

Der außerordentliche Aufschwung, welchen, wie die Stadtim allgemeinen, so auch Handel und Gewerbe, namentlich dieWeberei im 14. Jahrhundert genommen hatte, nöthigte gleichsamdie Fugger, nach Augsburg zu ziehen, wo sie allein mit ihremGewerbe Fortschritte machen konnten. Hier war bereits mitBarchent und Wolle, Flachs nnd Hanf ein so lebhafter Ge-schäftsverkehr ins Leben getreten, daß das Ungeld von denWeberwaren eines der einträglichsten Gefälle der Stadt bildete.Ein gewinnvoller Handel mit diesen Waaren hatte sich nachallen Ländern Europas ausgedehnt. Die bedeutende politischeMacht der Stadt war es allein, welche in jenen unruhigenZeiten diesem Verkehr die nötige Sicherheit verschaffte.

Die Heirat mit Clara Widolf verschaffte dem Hans Fnggerdas Bürgerrecht in Augsburg. Nach dem Tode derselbenschritt Hans im Jahre 1383 zur zweiten Ehe mit ElisabethGevattermann, welche mit sechs Kindern gesegnet wurde. Viervon diesen starben in jungen Jahren, nur zwei Söhne Andreasund Jakob pflanzten das Geschlecht weiter fort.

Andreas, geb. 1406, wurde der Stammvater der Fuggervom Reh. Er trieb zuerst größeren Handel nnd wurde bereitsderreiche Fngger" genannt. In seiner Ehe mit der Ge-schlechterin Barbara Stammler hatte er mehrere Söhne: einer,Jakob, erhielt 1452 vom Kaiser Friedrich III. das erste Fug-ger'sche Wappen, ein goldenes Reh im blauen Felde, für sich,

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