172 VI. Cap. Von der rechten Anwendung
allgemeine Bestimmungen von der Einfalt des Herzensder Gläubigen, und laßt sich aus ihnen herleiten; Jn-deß erklärt sich die heilige Schrift kürzlich darüber,wenn sie die ndthige Einfalt der Gläubigen im Vor-trage des gottlichen Worts, im Gegensatz des Vortra-ges gebietet, der von der unerleuchteten Vernunft, mithohen und stolzen Worten irrdifcher Weisheit geschiehet,nehmlich nach der Vernunft-Weisheit, von der es heißt:dicweil die Welt durch ihre Weisheit, Gott in seinerWeisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wM, durchthorigte Predigt seelig zu machen, die daran gläubcn.1 Cor. 1. 21.
§. 41«
Die Predigt des Evangelii ist eigentlich darum derWelt, Thorheit und Aergernis, weil und in so fern siezum Glauben an einen niedrigen und gekreuzigten Jc-sum auffordert, und diesen Glauben zur ersten und ei-nigen Grundlage, aller wahren göttlichen Erkenntnis,und zum einigen Wege zum Heil und Leben der Men-schen macht. Alle Wahrheiten der heiligen Schrift,alten und neuen Testaments, sind im Blick auf dasKreutz Christi, vom Geiste Gottes dictirt, und vonden Propheten und Aposteln niedergeschrieben worden,im Blick auf Jesum, der als der ewige Sohn Gottes,am Stamme des Creutzes, das Opfer für die Sündeder ganzen Welt ward, und sein Blut und Leben, zuunserer Versöhnung mit Gott durch sich selbst, zu unse-rer Begnadigung, Errettung und Heiligung dahin gab;Und der Zweck der ganzen Offenbarung ^geht dahin,den Menschen zum Glauben an diesen .Heiland derWelt aufzufordern. Wie nun bis, so zu sagen, derCentralpunkt aller Wahrheiten der heiligen Schrift; derSchlüssel zu aller Weisheit, der Weg zur Erkenntnis,zum Licht und Heil der Menschen ist, den die heiligeSchrift auf allen Blättern darbietet — Das .Haupt-