d. h. Schrift, zumSeegens-Gen. fürsHer;. r71
Erbauung bringt, ja wohl gar Veranlassung zum Aer-gernis und Spott derer wird, welche durch das Wortzur Annahme des Heils, erst gebracht werden sollen.
§- 39-
Das ist aber nicht der Sinn, in welchem die Schrift,das Wort von der Einfalt in der Lehre des Evangelii»immt; bei den vielen Dingen, die zum ganzen Um-fange des rechten Begriffs desselben gehören, ast esgenug, nur das anzuführen, daß die Einfalt zufbrderstund überhaupt genommen, einen graben, aufrichtigen,und durch die Gnade von aller Hcucheley und Falsch-heit gereinigten Sinn bedeutet; wo Mund und Herzeinerlei Sprache reden —Herz und Hände' einerleiThat verrichten, — einen Zustand der Seele, wo dieLiebe Gottes, alle Kräfte der Seele, im Willen, Lie-ben, Begehren und Erkennen, zur Einheit gebracht,auf einen Punkt gerichtet, und nach einem Ziel ge-stimmt hat; wo der eine, feste und unvcrrückte Blickdes Auges der Seele, dem der lebendige Glaube, derdurch die Liebe würksam und thätig ist, die Richtunggegeben hat, — wo dieser stete Biick nach einemZiel, Herz, Gemüthe, alle Neigungen und Begierden,Sinn und Verhalten, im Reden, Denken und Han-deln, nach einerlei) Gehalt und Gestalt formt, —>mir einem Wort, Einfalt im evangelischen Sinn —heißt Einheit und Ucbereinstimmung unscrs inner»und äußern, gewürkt vom Geiste Gottes in der Ein-heit mit Jesu, durch Glauben und Liebe.
H. 40. -
Dis wenige mag hier zur Bestimmung des allge-meinen Begriffs genug scyn, den die Schrift mit demNahmen Einfalt verbindet; An seinem Ort das Wei-tere hierüber. Wenn nun von der Einfalt im Vor-trage des Göttlichen Wortes, die Rede ist, so reducirtsich der evangelische Begriff davon ebenfalls auf jene