160 Vi. Cap. Von der rechten Anwendung
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Aus diesen? allen folgt nun endlich: daß wie unsbei Lesung des gdttlichcn Woetes mehr dein Zuge desGeistes, zum Gebet, überlassen müssen, als daß wieuns zu lange bei der specnlativcu Betrachtung, in sofern solche blos ein Act und eine Beschäftigung unsersGeistes ist, verweilen.
§. 16.
Die Betrachtung führt den Geist in die Vielheit,und nur zu leicht überschreitet er, in seinem Flug dieGrenzen, die dem bescheidenen und dcmütbigen Blickdes Glaubens in gottlichen Dingen vorgezeichnct sind;wodurch denn, so zu sagen, wahrend der Abwesenheitdes Geistes im weiten Gebiethe der Erkenntnis, dasarme Herz verwayset bleibt, und im unge-stillten Durst und Hunger sehn? acht et.
S- 17.
Dagegen führt daS Gebet — oder die grade undunmittelbare Richtung und Unterhaltung des HerzcnSzu und mit Gott, auS der Vielheit, in die Einheit,im stillen Grunde der Seele, welcher der geheiligte Ortder Offenbarung Gottes in uns, und die Werkstatt sei-nes Geistes ist. Ja, dieser stille Grund der Seele istes, wo das saufte Wehen deS göttlichen Geistes em-pfunden, wo das Wort deS Lebens geHort und vernom-men, wo daS Licht des Glaubens im Dunkeln zuersterblickt wird, und wo es wohl gepflcget, bis zum hellenSchein, und endlich bis zum vollen Tageslicht sich aus-breitet. Prov. 4,18s
§. iL.
Die Betrachtung, so bald sie unS unsers Herzensvergessen macht, uud so bald sie, wie schon gedacht,ck in