d.h. Schrift, zumSeegens-Gen. fürs Herz. 159
§. 14.
Und nicht nur dis, daß die Mitteilung der gehei-men und verborgenen Lebensspeise des gottlichen.Geistesdurchs Wort, derjenige Mensch gar nicht versteht, dessenHerz noch entfremdet ist von dem Leben, das ausGott ist, Eph. 2, 12. sondern sogar Kinder GotteS wer- "den oft bei Mitteilung einzelner Erfahrungenin der Schule des heiligen Geistes, einander nicht ganzverständlich werden können, wo sich bei dieser oder jenerWahrheit des gottlichen Wortes, die der Geist ihremHerzen in dieser oder jener Lage des Gemüts, — indiesen oder jenen Anständen der Seele und des Lebens —vorhält, Unterschiede in den cbengedachten Lagen undAnständen befinden. Ich will es durch ein Beispieldeutlicher machen. Wer wird es finden können, wasder Geist Gottes damit hat lehren und bewürken wollen,und auch in der Tbat bewürkt hat, als er einem Gläu-bigen, mitten unter schweren Leiden, und auszeichnen-den Uebungen seiner Geduld und seines Glaubens, woer sich um Trost zum .Herrn im Gebete wandte, diesimpeln und von so geringem Innhalt scheinenden paarWorte aus Hes. 37, 17. ans Herz legte, wo Gott zudem Propheten sprach: „Thue eines zum andern zu-sammen, daß ein Holz werde in deiner Hand.,,
Niemand wird in diesen Worten an und für sichdas Geringste von einem so hohen Tröste, und von sowichtiger Belehrung finden, als es doch der Leidendedarinn fand, und dadurch beruhiget und erguicket ward.
Dis führe ich nur an, um zu zeigen, wie die Er-klärung und Anwendung der heiligen Schrift, zum je-desmaligen Genuß nach dem Bedürfnis unserS Herzens,so ganz das Werk des heiligen Geistes ist, welches erin jeder ihm hingegebenen gläubigen Seele zu ihremHeile verrichtet.