1^8 VI. Cap. Von der rechten Anwendung
die mit Geduld in guten Werken nach dem ewigen Le-ben trachten. Rom. 2, 7.
§. 12.
Ein Kind Gottes, das mit diesem Sinn die heiligeSchrift liefet, und mit kindlich einfaltigem Herzen,sich über alles, was Gott ihm darum sagt, mit ihmbesprechen kann, — und Gott sein eigen Wort so langevorhält, Ps. 27, 8. bis das Herz, im Licht des göttli-chen Angesichts es erkennen und verstehen lernt, wasGott ihm sagt, und von ihm haben will, und ehernicht ruhet, bis es, auch wenn ihm über manche Dingevor der Hand, das helle Licht der Erkenntnis ver-sagt wird, doch allemal einen Seegens-Genuß fürsein Herz daraus geschöpft hat, findet nun das WortGvtteS überall, als eine reiche Quelle der Weisheit,Erkenntnis und der Belehrung, des Zurechtweises, desTrostes und der Beruhigung, unter allen Umständenaufoem Wege des Lebens, wodurch es in der Lustund Freude am Herrn wächst, welche die Starkedes Glaubens ist. Nehem. 8,10.
§. iZ.
Was übrigens aber die Aneignung, die Anwen-dung und den Gebrauch des göttlichen Wortes betrift,vermittelst dessen das Herz der Gläubigen, in allenLagen und Umständen, sich Rath, Trost und Be-lehrung daraus holen kann; und was da für Unter-handlungen zwischen der Seele und dem Geiste Gottesvorgehen u. s. w. Dies sind Erfahrungssachen, worü-ber sich nichts sagen läßt; Es ist das verborgene Manna,welches jeder Seele insbesondere gereichtwird, und das sie nur durch den Genuß kennen ler-nen kann-