VI. Cap. Von der rechten Anwendung
an mir erfahren habe, als derer, die ich noch erfahre»soll, und wenn ich der Begnadigste wäre, und diehöchste Staffel, in der Heiligung meines Herzens, Sin-nes, Lebens und Wandels erreicht hätte. Also habeichs in der Zueignung dessen, was mir Gott aus Gna-den verheißt, ganz und gar nicht mit meiner gegen-wärtigen noch zukünftigen Würdigkeit z»rhun; sondern einzig und allein mit Gottes freienGnade und Erbarmung, Wahrheit und Treue. Undda schlüsse ich so: der mich nun durch so unzählige anmir erfüllte Gnadenverheißnngen, seine Freundschaft,Liebe, Gnade und Erbarmung gegen mich den Sünder,hat schmecken, sehen und erfahren lassen, Ps. 34, y.wie treu er in seinen Zusagen, und wie weise undmächtig er ist, sie auszuführen, auch da, wo die Sündenoch so mächtig worden ist; Röm. 5. 20. — der micherfahren lassen, wie es eben ein recht göttliches Werkund so ganz seine Sache ist, sich nach seiner Gottes-kraft in der Schwachheit zu verherrlichen, 2 Cor. 12, y.der mich — ohne mein Suchen und Begehren — er-wählet hat, Joh. iz, 16. iy. zn einem Gegenstandeseiner Erbarmung, zur Verherrlichung seines Namens,an mir seine Geduld zu erzeigen, zum Erempel denen,die an ihn glauben sollen zum ewigen Leben 1 Tim.1, 16. und seine Kraft zu erweisen 2 Mos. y, 16. dermich darum aus lauter Güte und freyer Gnade zu sichgezogen Jer. Z i, Z. der wird nun auch, sein angefan-genes Werk fortzusetzen, Phil. 1,6. und mich zum Zielder Vollendung und der Vollkommenheit vorzubereiten,und hinzuführen wissen, wo auch die allerhöchsten seinergöttlichen Verheißungen, an mir werden erfüllt werden.
§. 11.
Oder, sollte mich der Aufschub der göttlichen Ver-heißungen, wenn deren Erfüllung nicht stets nach mei-