d.h. Schrift, zumSeegcns-Gen. fürs Herz. 15z
§. 6.
Sind wir aber von der Göttlichkeit der heiligenSchrift lebendig überzeugt, und haben wir sie erkannt,und angenommen, als den Schatz aller göttlichen Weis-heit und Erkenntnis; als die uns von Gott geoffenbarreund erbfnctc Quelle, aus der wir Licht, Kraft, Heil undSeeligkcit schöpfen sollen und können — als den unskund gcthanen Weg zum ewigen Leben; so hangt derheilsame Gebrauch der heiligen Schrift nun auch fernervon der Beschaffenheit und vom ZustandeunserS Herzens und Gemüthes ab, in wel-chem wir jiedesmahl daS Wort Gottes lesenund betrachten. Und wie soll dieser Zustand seyn?
1) Wir müssen in der Erkenntnis von der Finster-nis unseres Verstandes in göttlichen Dingen, Gott de-müthig und herzlich um die Erleuchtung des heiligenGeistes bitten; 2) Wir müßen die Schrift mit gc-sammlctem Gemüth und mit Aufmerksamkeit lesen, umden wahren Sinn des Geistes zu fassen; g) Wirmüssen ei» Herz voll innigem Verlangen haben, dieheilsamen Wahrheiten iu Christo einfältig zu lernen,und 4) eine brennende Begierde und einen festentschlossenen Wille» und Vorsatz, den erkann-ten Willen Gottes an uns, nun auch in gottlicherLebenskrast zu vollbringen.
Die ersten drey Eigenschaften führen auf denWeg der Erkenntnis zur gottlichen Wahrheit; undje mehr wir uns in Busse, Glauben, Liebe und Geduldüben, desto stärker wird die Erkenntnis der Wahrbcitdnrch die Gnade in uns befestiget.
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Ferner, der Christ, der die heilige Schrift zumwahren Seegens-Genuß seiner Seele gebrauchen will,muß cinfältiglich folgendes glauben und denken: Dieganze heilige Schrift alten und neuen Testaments, ist
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