Druckschrift 
Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
Seite
152
Einzelbild herunterladen
 

152 VI.Cap. Von der rechten Anwendung

S. 3.

Der letzte dieser Beweise, ist der wichtigsteund ist eine Erfahrungssache des Herzens,wobei ich mich nur allein verweilen will. Die übrigenalle gehören mehr für die Ueberzeugung des Verstandes,und sind mehr oder weniger von Kraft, je nachdemunser .Herz, durch lebendige Erfahrung der Kraft desgöttlichen Wortes, mit dem Zeugnisse des heiligen Gei-stes versiegelt ist.

Z. 4.

Die Erfahrung dieses Beweises von der Göttlichkeitder heiligen Schrift, können wir nun, wie der Heilandsagt, nur dadurch machen, wenn wir den in der Schriftgeoffenbahrtcn Willen Gottes thun; durch das Voll-bringen dcS göttlichen Willens, spricht er, werdenwir inne werden, ob diese Lehre von Gott sei),Ioh. 7, 17. an der Lehre selbst werden wir ihreGöttlichkeit erkennen, durch ihre Genußvolle Erfahrungan der Seele, Ps. 34,9. verbunden mit dem Zcngnißedes göttlichen Geistes in uns. 1 Ioh. Z, i<?.

§» 3'

Ohne diesen Beweis, und so lange wir uns umdessen Erfahrung nicht bemühen, werden uns alle übri-gen nicht überzeugen; Die Vernunft wird dagegen immerZweifel aufbringen können; Msdann aber muß sie schwei-gen, so bald wir im Herzen die lebendig machendeKraft Gottes im Wort der Wahrheit erfahren haben,daS gütige Wort Gottes, und die Kräfte deS ewigenLebens, Ebr. 6, z. Alsdenn brauchen wir aller übri-gen Vernunftbeweise nicht, weil unser Glaube nichtauf menschlicher Weisheit; sondern auf Gott es Kraftbestehet. i Cor. 2, 5. Eph. 1, 19, 1 Thess. 1, 5.