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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
Seite
146
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146. V. Cap. Etwas über

Heilllnde hatte bestimmen wollen, wie er ihm helfensollte, so würde diese wohl selten oder nie mir der Weiseübereingekommen, und die Mittel und Wege würdennicht diejenigen gewesen seyn, die der Heiland er-wählte > und welche doch alle so simpel und kurz fürdas Heil des Leidenden waren, daß manchem nicht ge-holfen worden seyn würde, wenn er sich die Wege undMittel Jesu, nicht hatte gefallen lassen, oder-auf derArt von Hülfe hatte bestehen wollen, die er von Ihmetwa erwartet hatte.

S. i?'

Um den Menschen zu zeigen, daß der grade ein-fältige Glaube und daS uneingeschränkte Vertrauen zuseiner ErbarmNng und Macht, das einige Bedürf-nis auf unserer Seite sei, und daß wir uns übri-gens seinem Willen, w i e er uns Helsen nud leiten will,schlechthin unterwerfen, und unfern Augen seine Wegemit uNs Wohlgefallen lassen sollen, so ging Heilandzum Beispiel nicht erst nach Capernanm zu demKranken, dessen Vater dem Herrn Jesu sehr dringendanlag, daß er bald kommen sollte, weil sonstsein Sohn stürbe. Der Heiland ging nicht; viel-mehr, nachdem er dem Vater Vorwürfe darüber ge-macht hatte, daß sein Glaube nicht rein wäre, weil erZeichen und Wunder begehrte; sagre Er ihm: Gehe hin.Da er nun an dis Wort Jesu einfältig glaubte, und widerseinen Weg der Hülfe nichts einzuwenden hatte, so erfuhrer schon die Hülfe Jesu an seinem Sohne, noch eh ernach Hause kam, indem seine Knechte ihm ent-gegen kamen und versicherten, daß sein Sohn lebe!Und nach genauer Untersuchung der Umstände fand sichs,daß der Todtkranke in cbend emselben Augenblickegenesen war, als der Vater dem Worte Jesugeglaubt hatte. Ivb. 4,47-54.