128 IViCap. Ueberd. Zustand U .Sinn derer,
kann; so darf und kann ich nun nicht anders, alsalles, was mir irgend auf meiner Pilgrimschaft freu-diges und trauriges begegnet, als von der 5? andmeines lieben Heilandes so grade hin annehmen,sonst versage ich mir im Leiden, den einigen Trost,der den Frieren der Seele aufrecht erhält, und intfreudigen Genuß würde ich nicht dem allein meinFreuden-und Dank-Opfer bringen, der doch allein dieQuelle aller Freude, Ruhe und alles Wohlseyns ist.
S. Zo.
Aber es fällt schwer! Ach es kostet Kanlpf undVerleugnung, che unser Auge diese» einfältigen unver-wandten Blick auf den Heiland bekömmt; denn er istunfern: natürlichen gewohnten Sinn zu sehr entgegen,so daß er nur mir Verleugnung unserer selbst und derWelt erlangt und bewahrt werden kann. Wir sind Z. B.gewohnt, in Ansehung aller Noth, Trübsal, Beleidi-gungen :c. die uns im Leben von außen her begegnen,uns bei den Menschen aufzuhalten, durch die unsdergleichen zugefügt werden, anstatt daß sie nur Werk-zeuge sind, deren sich Gottes Zulassung bedienet, umunfern Glauben, unsere Geduld und Anhänglichkeit amHerrn z» üben; und ist die Folge dieses Blicks aufdie Werkzeuge unserer Trübsale nicht die Wurzel nn-zäliger neuer Unruhe, Noth und Versündigungen widerdas Geboth der Liebe, Sanftmuth und Demuth, nachwelchem wir auch unsere Beleidiger mit Liebe zu be-handeln, verpflichtet sind? — Thun wir da nicht oftdas im Unwillen, waS nicht Recht vor Gott ist ? Jac.i, 20. indem wir in den Stein beißen, mit dem wirgeworfen werden? — Nein! so dürfen begnadigte Kin-der Gottes nicht mehr denken nnd thun! Genug siewißen, daß sie auf dem Wege zum Leben, geübt, ge-läutert