12-4 IV.Cap. Ueber d.Zustand U .Sinn derer,
§. 2Z.
Man muß nichts für klein und gering halten, beikeinem Vorfall, der uns drückend ist, wo wir uns nichtRäch wissen — niemals muß man denken, daS schicktssch nicht, daß du in dieser Sache den Heiland angehen,und ihn um sein Verwenden bitten solltest; Ach nein!für den lieben Heiland schickt sich alles, wo man Hülfe,Rath und Trost bedarf, nachdem sein Erbarmen unsangenommen hat, die wir als Sünder doch wohldas aller Unschicklichste für ihn, den Allerhei-ligsten sind. Darum aber ist er unser Heiland ge-worden, daß er die Sünder annehmen kann. All euerAnliegen und Sorge werfet auf ihn: denn er sorget fürEuch, r Petr. 5, 7. Ganz und in allen Dingen müßenwir ihm kindlich vertrauen, und wir werden es dannüberall erfahren, daß er freundlich und gnadig und derSeele mit Hülfe nahe ist, die ihm vertraut, und sichsnf ihn verlaßt. Klagl. z, 25.
Z. 24.
Wie viel weniger Noth würden wir wahrend unse-rer Pilgrimschaft erfahren, wenn wir festen Glaubenund Vertrauen zu Jesu genug hatten, um ihn überallso zu benutzen, wie er sich als Heiland und Helfer,uns anbietet; Aber gewiß, wir machen viel zu wenigGebrauch von der Seegens- und Gnaden-Fülle in Jesu,weil es unserm Herzen noch zu oft am Glauben undkindlichem Vertrauen fehlt, und wenn wir ihm auchalles mögliche Gute zutrauen, so ist das unverrücktegläubige Aufschann auf Ihn, noch immer nicht genugein steter Zustand der Seele, und dadurch ma-chen wir uns manche Noth, die wir vermeiden konn-ten und sollten. Und was gewinnen wir damit, wennWir es oft bis aufs äußerste ankommen lassen, ehe wir