Annahme des Rufes der Gnade.
entweder gar vergißt, oder es mir als eine Nebensacheanstehet, deren Betrieb sich nach Zeit und Gelegenheit sei-nes irdischen Hauptgeschäfts richten mnß, o! da ist frei-lich kein Raum im Herzen für das Werk der Gnade! daHaider Mensch keine Zeit für den Heiland, wenn er an-klopft und das Herz zur Unterhandlung mit Ihm auffor-dert! Da heißt es, wie der gerührte, erschrockene undvon der Wahrheit überzeugte Felix zu Paulo sagte: Gehehin für dismal! wenn ich gelegene Zeit habe, will ichdich lassen herrufen: Actor. 24, 2Z. Und der liebe Heilandist denn auch wohl so gnädig, dergleichen Abweisungensich lang und oft, mit unendlicher Geduld gefallen zu las-sen, und ohne den Ruf solcher Herzen abzuwarten, mitLiebe und Gnade wiederholt bei ihnen einzusprechen, undum das arme Herz zu bitten, Sprw. 2Z, 26. — Aber,0 Mensch! bedenke die endlichen Folgen der mißge-brauchten Gnade und Geduld des Herrn! Bedenke denSchaden; den Dir jede Versäumnis, jeder Aufschub, zu-wege bringt; Ach! gewänne Dich auch einst der Heiland,zu seiner ganzen Beute, so wirst Du doch das Versäumtedurch keine Thränen der Reue zurückkaufen können, undwenn Dir auch alles vergeben ist! Die Sorgen des Le-bens, der irdische Beruf:c. wird nur zu oft, wie von je-nen zur Hochzeit geladenen, zum Vorwand gebraucht,hinter welchem sich das widerstrebende Herz versteckt, undsich vor dem 5? ei lande zu entschuldigen glaubt. Luc.14, 20. :c. Aber so gewis es ist, daß ein Stand undweltlicher Beruf, vor dem andern, mehr oder wenigerbchülflich zu einem innigen Leben und Umgang mit Gottist; So ist es doch schlechthin nur eine leere Ausflucht,daß irgend ein Stand in der Welt, uns schlechthinhindern könnte, den Ruf Jesu anzunehmen, und mitihm ein verborgenes seeliges Leben zu führen. Betrachteund vollbringe nur erst, auch dein irdisches Geschäft, alsein Werk im Dienste des Herrn, nicht als einen Dienst,