Annahme des Rufes der Gnade. 107
ergreifen, und den Gnaden-Ruf Gottes, in sich leben-dig und Fruchtbringend werden zu lassen. Erst sprichter, giebt es Menschen, die am Wege sind, die aufdem breiten Wege des Verderbens, Matth. 7, ig. inWelt- und Fleischeslust wandeln; diese hbren daSWort vom Leben; aber sie hbren eS nur: denn derTeufel kommt in tausenderlei Gestalten der weltlichenLust, und nimmt sofort das Wort von ihrem Herzen,auf daß sie nicht glauben und seelig werden.Und — ach! so ist der Zustand des größten ThcilS derMenschen! die unseclige Weltliche, der Hang zum Ge-nuß der irdischen Freuden, der das arme Herz zumTanzsaale aller unreinen Lüste macht, wo der eingestreutegöttliche Saame, und der etwa aufsprossende Keim,sogleich wieder zertreten wird; der unbändigeLeichtsinn, der dem Werke des heiligen Geistes in derSeele schlechthin nicht Raum gibt — dieser unseelige Zu-stand ist es, in welchem man so viele mit Freuden zumVer-derbcn hintaumeln siebt. Uno, kann diese traurige Sceneschon daS begnadigte Kind GotteS nlcht ohne tiefes wehmü-thigeS Leid ansehen, welche Wemuth muß es, 0 Jesu! Dei-nem göttlichen liebevollen Herzen verursachen, wann Du sovom Himmel herab eine große Menge derer auf demWege des Verderbens wandeln stehest, für welche DuDein Blut zur Errettung vergossen hast! Wie heiß müssenDeine Thränen gestoßen seyn, als D» über Jerusalemseufzend sagtest: O! daß Du bedächtest zu dieser DeinerZeit, was zu Deinem Frieden dient, -— Aber — nzinists vor Deinen Augen verborgen — Luc. iy, 42,
Zweitens, sagt der Heiland, giebt es Herzen, dieeinem Felsen gleichen, nicht wegen vorsetz lieh erHärte und Widersetzlichkeit gegen den Ruf derGnade, vielmehr nehmen sie solche willig und mit Freu-den cm; Aber es ist bei ihnen keine ganze Hingahe