58 I. Cap. Ueber den natürlichen
geahmter falscher Ruhe, den Tod zu umarmen scheinen;und alle Opfer der Bewunderung und Verehrung, dieman der Asche eines dieser so gerühmte» Weisen bringt,sind Baumaterialien zur Erweiterung des Unglaubens.
H. 18.
Zum Leben ist der Mensch berufen und geschaffen. Esist daher natürlich, daß er den Tod, als den Feind und Mor-der seines Lebens Haffen, fürchten und fliehen muß, solang er das für Leben hält, welchem der Tod einEnd? macht.
S- 19-
Ein Leben, auf welches der Tod folgt, kann keinwabreS Leben seyn, weil es keinen positiven und blei-benden Gehalt bat; Das Leben im Fleisch hat nichtsWahres in sich, als daß es die Wurzel ist, welche einepositive Frucht hervorbringt, ncbmlich die Sünde, wel-che nicht Leben, sondern Tod gebieret. Rom. 6,2z.
Z. 2o.
Das, was der Mensch als den Tod anstehet undhaßt, ist nichts Verschiedenes von dem, was erfür Leben hält und liebt; Das Erstere ist nurdas Ende des Letztern. Die natürliche Verblendungvon der Sünde macht nur, daß er sie als verschiedene —einander entgegengesetzte Dinge betrachtet, und daher»das eine liebt, und das andere verabscheuet. Ach!erkennte der' arme verblendete Mensch, daß das Lebendes Unbekehrten, nach der Lust unseres von Natur vonGott abgewichenen und irdisch gesinnten Herzens, einimmerwährender Tod — ein stets fortgehendes Erster-ben am wahren Leben, von Mntterleibe an, biszur Grube ist, und daß der sogenante Tod in dem letz-ten Augenblick des Lebens, nur die bleibende Versiege-lung des lebenslangen Todes ist; — 0! wie würdeer eilen, dem Tode im Leben zu entfliehen!