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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
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59
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Zustand des Menschen. 59

H. 21.

So lange der Mensch die Sünde liebt, und ihr-Gehorsam leistet, in ihren Lüsten, so fallt der Tod,wie der Prophet sagt Jerem. y, 21. zn allen Fen-stern in ihn herein, welches die Sinne und die ver-nünftigen Kräfte der Seele sind. „Nur deine Kraft,„ 0 Jesu! kann diese Fenster in uns zuschlügen, die nach„unserm natürlichen Zustande, nach außen zn, in das„Gebieth des Todes und der Sünde gcofnet stehen,

Z. 22.

Liebte der Mensch nur das Natu rieben, wel-ches er mit jedem Thiers gemein hat, gewis seinZustand wäre minder elend, als er es ist, da er dasLeben nach der Sünde und nach ibrer todtendcn Lust,mehr liebet, als das natürliche Leben; indem er dasLetztere dem Ersten nur zu oft mit Freuden zum Opferbringt, so daß wir den Menschen oft, vom Laster ent-stellt, tief unter das unvernünftige Vieh herabgewürdi-get, erblicken.

S- 2z.

Gehen wir von der allgemeinen Beschreibung unfersnatürlichen verderbten ZustandcS, zur nähern Untersu-chung unserS Innern über — 0! welch eine schwarzeChronik von Verderben, Boßheit und Elend, halt unsda unser eignes Herz vor. — Das Herz, welches stehGott zu seiner Wohnung — zur Werkstatt seines heili-gen Geistes, zum Ort seiner Ofsenbabrnngen 2 Eor.6, 16. auSersehen — das Herz, um welches die Gnade,so herzlich und zärtlich bittet, Prov. 2Z, 26. wie siehtes aus? was ist darinn? Ach der .Heiland der Menschen,der Herzcnskündiger, zeigt uns die Gestalt unsers In-nern mit den kurzen Worten: AuS dem .Herzen kom-men arge Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Die-