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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
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56 I. Cap. Ueber den natürlichen

als Leben begierig umarmt, und liebend an sein Her;drückt, umsaßt er seinen Feind, vor dem er zurück-schauert, und im frohcsten Gcnuße gestohrec wird.

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Welch ein trauriger Zustand, sich überall so ge-tauscht zu sehen; nie und nirgends vor dem Betrug unddem Schrecken eines Feindes gesichert zu seyn; zu wissen,daß, nachdem er uns lange genug getauscht hat, manihm endlich selbst cinmahl, ohnfehlbar gewis zum Raubewerden muß, so sehr man ihn und sein Andenken auchzu fliehen sich bemühet.

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In den abwechselnden Zerstreuungen der frühernJahre, verscheucht der Leichtsinn den ernsten Gedankendes Todes: und wenn die Jahre des hdhern Alters kom-men, wo der Tod immer entkleideter sich dem Menschenvor die Augen stellet, und in ungeschminkterer Gestaltauf seine Beute lauert, da sieht der Christ oft mit tie-fer Wehmuth des Herzens, wie selbst der bejabrte Greis,die einzige Rctiradc, die ihm noch übrig ist, sorgsam zubenutzen und zu ergreifen sucht, nehmlich: alles dassorgfältig zu vermeiden, was ihm etwa einen zu ernstenund bleibenden Eindruck, von seinem nahen unvermeid-lichen Schicksale machen konnte.

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Diese erzwungene scheinbare Ruhe und .Heiterkeit,oder eigentlicher gesagt — diesen unbeschreiblich großenLeichtsinn des unbekehrten Sünders, nennt die Weltnur zu oft „die Ruhe des Weisen, womit man-cher dem Grabe entgegen gehet; Und, wenn er Nebuuggenug erlangt hat, der rufenden Stimme der Gnadezu seiner Bekehrung, sein Herz zu verschleißen, undmich dem letzten Augenblicke seines Lebens, ein durch