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Unterhaltungen für gläubige Seelen
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55
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Zustand des Menschen. 55

„Herz, wenn es von der Begierde entflammt ist, stets„und allei» in seinem Gott und 5? eilande zn„ruhen! O gcwis, dann fühlen wir erst, wie gar„rief im Elende wir liegen, und wie ohnmächtig wir„sind, uns selbst zu erlösen, vom Leibe des Todes, und„von den Banden der Finsternis und Holle, die uns„gefangen halten; und wie unentbehrlich uns Christus,„der Heiland ist!

S- ir.

In die Beschreibung unseres tausendfachen inncrnund äußern Elends, gehört vorzüglich dieses, „daßder Weltmcnsch, so lange er ohne Jesum lebet, zukeiner Ruhe kom m en ka n n, auch wenn er im fort-währenden Genuße der Güter einer ganzen Welt seynkonnte, weil er doch bei aller noch so berauschendenFreude und Herrlichkeit des Lebens nach dem Willendes Fleisches, den Gedanken an den Tod nichtverbannen kann, der ihn überall verfolgt.,, Na-türlich ists, daß der Mensch den Tod für seinen ärgstenFeind ansehen muß, so lange er das Leben des Flei-sches und der Welt, als wahres Leben betrach-tet und liebt.

H. 12.

Da dis der Zustand des unbckehrten Menschen ist,daß er sich stctS in der traurigen Nothwendigkeit stehet,wider seinen Willen, seines größten Feindes — desTodcS, eingedenk zu seyn, so ist er schon darum keinesdauerhaften und wahren Ruhe- und Freuden-GcnußeSfähig; denn sein Feind begnüget sich nicht damit, demarmen Menschen die Offenbahrung seiner Schreckbildcrbis auf die letzte seiner Lebens-Stunden, zu versparen;sondern unter den unzähligen Gestalten im Gewändeirdischer Lust und Freude, die der verblendete Mensch

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