Zustand des Menschen. 5z
„Menschen, für die Du mit gleicher Erbarmung Dein„Blut vergoßen, und Dein Leben zum Opfer, zu ihrer„Errettung und Begnadigung gegeben hast; in solchen„Thränen, als gebeugte arme Sünder vor Dir im„Staube liegen! O schenke diese Thranen allen Augen,„die noch sich selbst und ihren Austand, ohne Dich>„liebster Heyland! — die noch das Wesen der Welt„mit heiterm, freudigem Blick betrachten können!
„Mit Weinen, sagt Salomo, treten wir ins na-türliche Leben ein, Sap. 7, Z. und dis ist auch die„ Stimme derer, die zum Leben, Kasans Gott ist,„ wiedergebohren werden. Weinend und flehend zu Dir,„oHcrr! zu kommen, ist die Bedingung für die, die„Du annehmen und leiten willst, Jerem. zi, 9. DaS„Lachen der Welt muß sich dann in Weinen, und die„Freude in Traurigkeit verwandeln, Iac. 4, 9. Und„wer vor Dir, 0 Jesu, noch nicht über sich selbst,„und seinen elenden Anstand gemeinet hat, wird„auch die Secligkejt der Thranen nicht erfahren, die„der Begnadigte im Genuße deiner unendlichen Liebe,„und im nie zu stillenden Hunger und Durst nach dei-„ncr Gnade und unendlichen Seegens-Fülle, um Dich„und nach Dir, weinet!
S. 8.
So traurig der innere Anstand des Menschen vonNatur ist, so ist er dadurch zwiefach elend, da er auchvon aussen her, durch den Genuß und durch die Ver-bindung mit der Welt, die mit ihm im Argen liegt,1 Joh. 5, 18. 10. Gal. i, 4. mit unzählbaren Feindenumgeben ist, die im Trug-Gewände irdischer Glückse-ligkeit, ihn verblenden, und um die Liebe und Anhäng-lichkeit, seines von der Liebe zu Gott leeren Her-zens buhlen, um ihn nur immer tiefer ins Verderbenzu ziehen,
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