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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
Seite
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ZO IV. Brief. Die Königin

len, aller Neugierde zu entsagen, schlechthin verpflich-tet sind, und ihr auch mit gänzlicher Verleugnung un-seres der Gnade vorgreiffenden Wullens und Begehrens,entsagen müssen, wenn der Wille Gottes in anund durch uns vollbracht werden soll.

Die an und für sich betrachtete, wohlthatige undgute Eigenschaft der Seele, ich mcyne die Be-gierde nach dem Verborgenen, Geheimnisvollen, undnach dem, was den Kreys Ihrer Erkenntnis erweiternkann, kann allerdings schädlich werden, wenn sie die-jenige Stille und Ergebung unserer Seele siobrt,in welcher unser Herz seyn muß, wenn es der nahernOffenbahrung des Herrn gcwürdiget werden soll. Dochda Vis eine Würknng von der wahren Demuth desHerzens vor dem Herrn ist; so kann auch jener Triebder Seele nur durch die Gnade geordnet und ge-heiliget werden.

Die Geschichte merket an, daß die Konigin miteinem sehr großen Zug, mit Kamelen, die viel Goldund Silber trugen, ihre Reise angetreten habe.

Ueber diesen Umstand wollen wir uns jetzt ein wenigUnterhalten.

ES war die Gewohnheit unter den Großen dama-liger Jeit, daß sie bei ihren Besuchen einander Ge-schenke mitbrachten; und so waren auch die großenSchatze, welche die Königin mitnahm zu einem Ge-schenke für Salomo bestimmt. Mit Unrecht würde manihr die niedrige Absicht beylegen, als hatte sie mit die-sen Schätzen die gute Aufnahme bei Salomo, und dieErreichung ihrer Wünsche, erkaufen wollen. Warso wie sichS in der Folge zeigen wird war ihr Ver-langen und ihre Absicht rein, war der Trieb, derihre Seele belebte, weniger die Frucht der Neugierdeund des Eigenwürkens, als des Werkes Gottes in ihr,und des Inges der Gnade zu ihrem Heil; und cnd-

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