24 III. Brief. Die Königin
anvertrauen und überbringen; Vor ihrem Richterstuhlwird darüber das Urtheil gesprochen; und was sie alswahr erkennt und in sich aufnimmt, das erst be-kommt durch die Aufnahme in der Facultät ihrer bil-denden, belebenden und vereinigenden Kräfte, Wesen,positiven Gehalt und Werth im Menschen.
Dis heißt alsdann, Zustand der Seele, wennsie dasjenige nun in ihr Ich ausgenommen hat, wasihr durch die äussern Werkzeuge der Sinne übcrbrachtwurde. I. B, wenn ich eine schone Gestalt erblicke,oder in grosser Noth eine Versicherung der Hülfe undErrettung höre, und ergreiffe jenes Bild und diesesWort mit der Kraft der Liebe und Begierdeder Seele, so Hab' ich das Geschehene und GeHortein die Einheit mit mir gebracht, wodurch der In-stand meines Innern verändert wird.
In so fern ich mit dem Auge blos eine Sache an-schaue, weiß ich ^ssop dis blosse Wissen und Anschauengicbt aber der Seele noch keinen realen Genuß undAntheil an der Sache, sondern erst in der Vereini-gung mit ihr, durch die Kraft der Begierde, wo dennin ihr, der äussern Form und Gestalt, so zu sagen,erst ein lebendigmachender Geist mitgetheiltwird.
So geschiehet nun der Uebergang vom tobten Wis-sen der Vernunft, zum Werden und Besitzen, undzum würklichcn Ca fahrungS-Zustande der Seele; Unddiese Erfahrung heißt die lebendige — reale und we-sentliche Erkenntnis, welche also mit dem Herzen,nicht mit dem Kopfe erlangt wird.
Weil nun das Herz der Mittelpunet unseres Wesensist, in welchem alle Kräfte und Fähigkeiten des Geistes,der Seele und des Leibes, als so viel Linien in einemMittelpunkte sich zu concentriren bestimmt sind; ferner,da das Herz die Werkstatt ist^ wo für alle Drey, Leben