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Unterhaltungen für gläubige Seelen
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12, II. Brief. Die Königin

Wahrheit dieses Gerüchts, durch genaue Kund-schaften von Augen- und Obrenzeugen, zu erforschengesucht hat. Nicht so handelt ein großer Theil derMenschen. So bald diese etwas über und außer derAthmosphärc der gewöhnlichen Ereignisse und Erfahrun-gen des Lebens erblicken, zumahlen, wenn es Dingebetrift, welche den Geruch des Göttlichen haben, undder forschenden Vernunft, die nur Werkzeuge deS Ge-sichts, aber nicht des Gefühls und der Empfindunghat, einige Ruhe und Stille, zur Pflicht machen. O,wie oft sieht man sehr vernünftige Menschen, die mirihrer Klugheit und Weisheit sich brüsken, höchst unklugund unweise handeln, indem sie oft das verlachen undals Thorheit verwerfen, was sie selbst nie untersucht,wo sie zur Berichtigung ihrer Gründe, für oder widerdie Sache, nie die Quellen gebraucht hatten, woraus sieUcberzeugung und Wahrheit schöpfen konnten. Siewabnen darum sich weiser als andere, weil sie schnellerim entscheidenden Urthcil über Wahrheit, Irrthum zusepn vermeinten, als die, welche der Regel der Weisheitfolgen: „Verhöret eure Brüder, und richtet recht,„5 Mos. i, 16. verlaß dich nicht auf deinen Verstand!„ dünke dich nicht weise zu seyn. Spr. Sal. Z, 5 - 7»„Wer die Weisheit lieb hat, der läßt sich gern belehren,Sir. z, Z2. Ich verweise Dich hier noch auf die Enfahrung, die wir selbst in der heiligen Sache machen—>in dem Werk der Gnade Gottes, welches er unter unsausgerichtet hat. Wäre es möglich zu glauben, wennwirs nicht sähen und erführen, wie wenig sich Menschenum dasjenige bekümmern — wie wenig sie es wert»der Untersuchung, der Prüfung, — der nähern Erkennt-nis achten, was Gott doch wunderbahr vor ihren Augen,thut und geschehen läßt! — Werke, Zeugnisse derBarmherzigkeit und Gnade zum Heil derer, die an sei-mn Nahmen gläubig werden sollen — zum Seeg?»