Druckschrift 
9 (1804)
Entstehung
Seite
161
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Schmeicholeyen. Die Herren fanden kaumAusdrücke genug, die Schönheit und Tugendihrer Damen recht verschwenderisch zu loben.Sie pflichteten allen Meynungen derselben, undwenn sie noch so albern waren, sklavisch bcy.Sie ertrugen alle Kränkungen ihrer Güttinsncn, und wären sie auch noch so launig undschlimm gewesen. Von der/Dame seinesHerzens nahm der Ritter, wenn er ins Feldzog, zärtlich Abschied, von ihr empficng erseine Anweisung zur Tapferkeit, und zu an-dern ritterlichen Tugenden.

Aber bcy keiner Gelegenheit zeigte sichder Einfluß der Damen auf das Ritterwescnso in die Augen fallend, als bey dem Tur-niere. So wie schon die Frauen der altenGermanier ihre Männer bewaffnen und ent-waffnen halfen, und dem schlachtgetümmelbcywohnten, so wurden junge Ritter, nachihrer fcycrlichcn Aufnahme in den Orden,von edlen Frauen und Zungfrauen entwaff-net, so wurden sie zum Kampfe gerüstet. Eswar eine der vornehmsten Rittcrpfiichtcn, dieEhre der Damen, weder durch Thaten nochdurch Worte, zu kränken. Daher wurden dieEallctti Welch, sr Th. L Waps