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Galanterie und Liebe war jetzt gleichsamdie Seele der Ritterschaft, die den Ritterüberall hin begleitete. Aus den schönen Hän-den der Dame empfing der Ritter seine Lanze,empfing er die Belohnung seiner Tapferkeit;das Bild der Dame befand sich auf seinemrunden Schilde; ihre Leibfarbe zierte seinenWaffenrock; ihr Wahlspruch war auf seinemHelm eingegraben; ihr Nähme diente ihmin der Schlacht zur Losung. Der geringsteZweifel über ihre Schönheit, über ihre Tu-gend, gab zur Herausforderung, zum blutig-sten Kampfe, Veranlassung. Oft erschienenzwei) Ritter vor der Fronte der Heyden ein-ander gegen überstehenden Heere, um denVorzug ihrer Dame» durch den Zweykampfzu entscheiden. Zuweilen überließen sie sichdieser Entscheidung selbst im Getümmel derSchlacht, oder des Sturmes. Die übrigenKrieger gaben alsdcnn ruhige Zuschauer ab.Zn Gesellschaft gewährte nichts dem Rittereine angenehmere Unterhaltung, als Liebe,als Galanterie. Galanterie verwebte sich injede Handlung, in jede Rede des Ritters.Die daraus fließende Ehrcrbiethung für dieDamen äusserte sich in den übertriebensten
Schwei-