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Der morgenländische und abendländische Katholicismus mehr in seinem innerns wesentlichen als in seinem äussern Verhältnisse dargestellt
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Eifersucht aufzustellen. Wenn aber Nationen wie einzelne Men-schen sich hassen, so liegt diesem Haß doch nur Jener unseligeJrrthum zum Grund, nämlich Jener daß der eigentliche Feind desMenschen ein Mensch ist, da ja die Menschen die wahre Quelleihrer Eintracht und Liebe nur über sich (also übermenschlich ent-sprungen) so wie die Quelle ihres Hasses uur unter sich (als un-termcnschlich) anerkennen sollten. Welche Anerkenntnis die Summader Christlichen Doctrin ist.

S. 4. z. Z. 11 Anstatt sich einander auszulegen, widerle-gen sich aber bekanntlich seit langer Zeit biblische Theologie undNaturphilosophie so, daß-eine die andre als Wissenschaft unmög-lich macht, wobei doch Niemand einsehen will daß die Quelle die-ses scandalösen Widerstreits, welcher einzelne Menschen, wie Völ-ker innerlich zerrissen halt, nicht in der Wissenschaft sondern inder Nichtwisscnschaft in beiden diesen Wissenszweigen zu suchen ist.Da nun dieser Widerstreit vorzüglich von dreien Begriffen ausgeht,nämlich vom Begriff des Lebens und Todes, von Jenem desSinnlichen (Natürlichen) und Uebersinnlichcn (Ucbcrnatürlichcn),endlich vom Begriff des Gesezcs so will ich hier nur kurz undals in einer Summe in Jedem dieser Begriffe jenes Mißverständ-nis und Irrige nachweisen, welche dermalen mehr als Je, dieSchrift- und Naturforscher von- und gegeneinander halten.

Was nun vorerst den Begriff des Lebens und Todes betriff,so statuirt die Schristlehre die Wirklichkeit und also Möglichkeit deszum Vorscheinkommens eines ewigen Lebens, wogegen die Natur-philosophen zwar ohne Beweis die Behauptung aufstellen, daß al-les Leben nur als räumlich-zeitlich gcbundnes sohin als Nichtewi-gcs in die Erscheinung trotten, somit von jenem ewigen Leben ganznicht die Rede scyn kann. Die Schrift anerkennt aber eine Tri-plicität des Lebens, indem selbe das unauflösliche, göttliche Lebensowohl vom auflöslichen, zeitlichen als vom in der Auflösung scy-enden infernalen Leben (dem lebendigen Tod) unterscheidet.Wenn nämlich Paulus das göttliche Leben das absolut unauf-