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Der morgenländische und abendländische Katholicismus mehr in seinem innerns wesentlichen als in seinem äussern Verhältnisse dargestellt
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Christi selber anerkennt oder annimmt, wogegen aber andre nnreine beschränkte Monarchie statuiren. Wie denn z. B. derJesuit Statt! er zwar Petrum als die Grundfcste des Hau-ses, die übrigen Apostel nur als Haupttheile des leztcrnals Gebäudes sich vorstellt, welche Grundfestung durch JcsumChristum selber wann und wie, sagt er frcylich nicht ausRom sixirt und gleichsam gebannt sey; dagegen aber doch demJedesmaligen Papst ex eiUlrecloir keine Unfehlbarkeit zugesteht, aus-ser in seiner collegialcn Verbindung mit wenigst einigen Bischo-fen. Welche Lehre indessen Rom mißbilligt hat, wie dieselbe Miß-billigung wahrscheinlich die Behauptung des Verfassers der Ge-schichte der griechisch-russischen Kirche treffen wird, daßder Papst als solcher und ex calbellou sprechend nicht unfehlbard. h. nicht Papst sey *). In der That verträgt sich aber einesolche Behauptung nicht mit der Voraussczung einer Statthalter-schaft Christi, und trägt wenigst den Keim einer Reduktion derabsoluten apostolischen Machtvollkommenheit des Oberhaupts derKirche auf einen Präsidenten eines Collegiums in sich, von welchletzterm man nicht sagen konnte, daß er unmittelbar vom abwesen-den Regenten selber bevollmächtigt sey. Da nun aber eine solcheauf den Römischen Bischofstuhl sixirtc Statthalterschaft Christi denNomischkatholischen als Glaubensartikel gilt, so kann man sich inder That nicht über Jene Behauptungen der Romanisten wundern,welche sie nur als Folgen dieses Einen permanenten Wunders inaltern und ncuern Zeiten aussprechen^). Von welchen Conse-

P Am leichtesten behilft sich bekanntlich Graf Maistre mit derJnfallibilität des Papstes, indem er selbe -iwxiWiwo als Non-apellabili-tät nimmt.

Der Verfasser der griechisch russischen Kirchengeschichte erklärtden nun ISHundertjährigen Fortbestand des päpstlichen Throns gerade zufür ein Wunder, und zwar als das gröste und unbestreitbarste von allenWundern S. 493. In der That ist aber der Fortbestand der abend-ländischen katholischen Römischen Kirche noch ungleich begreiflicher undminder wunderbar, als Jener der chinesischen und indischen Religionen,