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verstärkten Absatz germanischer Rohstoffe im Reich ist bei demNiedergange des Reiches damals wohl kaum zu denken) — seinenGrund haben in den nach Constantinus’ Tod neubeginnenden Raub-zügen der Germanen, bei denen natürlich vor allem Bargeld heim-gebracht wurde, und den großen Barzahlungen, die namentlichvon nun an als Sold, als Tribut oder zum Loskauf über die Grenzeeinströmten.
Neben dem Golde liefen aber auch ferner noch im 4. und 5. Jahrh.bei den Germanen die alten Kaiserdenare um, wie die Funde vonFamars und Tournai 1 ), von Betteldorf in der Eifel 2 ), von Süder-weh bei Lengerich (S. 52), von Frauenburg (S. 60), Wilkieten(S. 60), Tetöhegyes (S. 59), und Uj-Szöny 3 ) und die nordischenvon Gudme, Sigvards und Norrbys 4 5 ) lehren, wo sich die älteren Denarezusammen mit Geld des 4. bzw. 5. Jahrhunderts fanden. 6 )
Im Gegensatz dazu kenne ich, was ich wegen des bekanntenStreites um die lex Salica betone, keine Belege, daß etwa nochnach 500, in merowingischer und karolingischer Zeit diese altenDenare umliefen, und das vereinzelte Auftauchen derselben in
1) Mommsen, R. M. S. 818/9.
2) Steiner, Röm. Germ. Korrespondenzblatt 1912, 9: zu Bettel-dorl fanden sich in einem Topfe 43 Denare: 1 des Hosidius, je 1 des Galba,Vesp., Titus, Dom., 4 Tra., 7 Hadr., 9 Pius, 3 Faust, sen., 2 Faust, iun.,3 Comm., 4 Diocl., 3 Constantius Chlorus, 3 Maximianus, zusammen mit577 Kleinbronzemünzen von Maximianus bis 324 n. Chr.
3) Kenner, Archiv f. Kunde österr. Geschichtsqüellen 29 (1863), 295-:in einem Grabe zu Uj-Szöny an der Waagmündung gegenüber Celmantiafand sich eine Silbermünze von Hadrianus zusammen mit Billon- undKupfermünzen des 3. und 4. Jahrh.
4) Hauberg, Aarböger 1894 Fund no. 6. 51. 92.
5) Hierher sind auch zu stellen drei Notizen bei Hauberg, Aarböger
1894 Fund no. 62. 68. 72, über Vorkommen von Denaren neben densog. Goldbrakteaten, die ihrerseits der Völkerwanderungszeit zu-gehören. — Goldbrakteaten zusammen'mit Goldmünzen des4.—6. Jh.: Hauberg, Aarböger 1894 Fund no. 120. 123. 146. 156. 164. Kühne,Balt-Studien 27, 206 Fund no. 3 (von Cörlin) usw. — Luschin von Eben-greuth, Der Denar der lex Salica 1910, 11/12, vermutet, daß die
Germanen den alten Kaiserdenar der Siliqua des 4. und 5. Jahrhunderts,im Werte von 1 / 24 des Goldsolidus, an Wert gleichstellten. Rietschel,Vierteljahrsschrift für Social- und Wirtschaftsgesch. 1911, Heft 1/2, Sonder-abdruck S. 58ff., erkennt den Denaren eine gewisse Bedeutung für dieAusbildung der eigenen Münzsysteme der Germanen zu.