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Funden aber nicht so erklären, als hätten etwa die Besitzer, nament-lich die germanischen, klüglich und absichtlich beide Sorten, dievor und die seit Nero, geschieden. 1 ) Vielmehr ist diese Trennunggleichsam automatisch erfolgt durch die jedem Kenner derMünzverhältnisse namentlich des 17. und 18. Jahrhunderts ge-läufige Sitte des Auskippe ns: Wenn schwere und leichteSorten einer Münze im gleichen Werte kursieren, so wanderndie Stücke des schweren Fußes in den Schmelztiegel, von ge-legentlichen oder berufsmäßigen Arbitrageuren und Wechslern aus-,gesucht. Diese fanden gerade in dem des Münzwesens unkundigenAuslande ein ergiebiges Feld ihrer Tätigkeit; im 17. und 18. Jahrhun-dert betrieb jeder hausierende Jude nebenher dieses Geschäft. DieAnnahme der Existenz eines Differenzkurses beider Arten 2 )möchte ich fürs Gebiet der Germanen nicht gutheißen, wegen ihrerUnkenntnis der Aufschriften und Miinzbilder. An so groben Merk-malen wie dem serratus und bigatus (Tacitus, Germ. 5) merkte sichder Germane die schweren republikanischen Denare, der äußereUnterschied zwischen einem solchen des Augustus und einem desNero war ihm gewiß zu hoch. Daß gar 3 ) die römischen Händler dennachneronischen Denar den Germanen gegenüber niedriger tarifierthätten, ist mir nicht glaubhaft; sie werden kaum den unwissendenLieferanten selbst auf die Minderwertigkeit der von ihnen neuer-dings geführten Münzsorten aufmerksam gemacht haben.
§ 2 .
Sonst ist es Regel, daß die Münzen eines Schatzes, je spätersie sind und je näher sie der Vergrabungszeit stehen, um so häufigerwerden. Hier aber hinken die Münzen der Kaiser von Pius abnur in vereinzelten Stücken der Hauptmasse nach. Diese auffälligeErscheinung tritt mit gewissen Modifikationen — das nur tropfen-weise Vorkommen der Münzen der jeweils späteren Kaiser beginnt
1) Über das Beispiel von Sz6kely, das Mommsen als Schulbeispiel ver-wertet, vergleiche vorher S. 29 Anm. 4.
2) wie ihn Mommsen, R. M. S. 772 ff., Willers, Hemmoor S. 193,Numism. Anzeiger 1902 S. 35, Neue Untersuch. S. 104, annehmen.
3) wie Willers, Hemmoor S. 193, meint.