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sich vorschob, veränderten sich auch die Münzverhältnisse. DieRom unterworfenen germanischen Stämme bedienten sich seit-dem des römischen Geldes, und durch die Vorschiebung der römi-schen Grenze sowie durch die Pazifizierung des vorgelagerten Gebietes,soweit es im Marschbereich der römischen Grenztruppen lag, wurdeein lebhafter Handelsverkehr römischer Kaufleute auch im freienGermanien hervorgerufen, welche dann die dort eingekauften Warenmit römischen Münzen bezahlten. Als Waren kommen hier in Be-tracht: Felle, Pelze, Leder, Federn, Haar, Metalle, Vieh und Sklaven. 1 )Der Bernstein hat nie die hervorragende Rolle als Einfuhr-produkt gespielt, wie die frühere Forschung annahm. 2 ) RömischeMünzen brachte aber auch der Germane heim, wenn er, wie diesvon nun ab immer häufiger geschah, im römischen Heere Kriegs-dienste geleistet hatte und mit dem ersparten Solde in die Heimatzurückkehrte. Römische Münzen bildeten dann später den Haupt-teil der Beute bei Raubzügen, bildeten die Tribute und Jahrgelder,mit denen Rom sich von solchen Raubzügen nun loskaufte, unddas Lösegeld der Gefangenen. So sind demi von Beginn der Kaiser-zeit an römische Münzen ins freie Germanien eingeströmt.
Solange nun der Wareneinkauf die wesentlichste Ursache desAuftretens römischen Geldes in Germanien war, spielt die Gold-münze eine Nebenrolle. So kostbar war das einzelne Objektnicht oft, daß der römische Kaufmann es mit zahlreichen Gold-stücken bezahlte, und daher werden römische Goldmünzen der erstendrei Jahrhunderte im freien Germanien fast immer nur vereinzelt,selten in Schätzen gefunden. Schatzfunde von Goldmünzen derersten drei Jahrhunderte östlich des Rhein und nördlich derDonau fehlen so gut wie ganz. 3 ) Man vergleiche dagegen die häufige
1) Willers, Bronzeeimer von Hemmoor S. 201, Fredrich S. 39.
2) Vergl. Tischler bei Fri e dl ae nd e r, Sittengeschichte Roms 6. Aufl.2, 275 ff., Fredrich S. 40 und Blümner bei Pauly-Wissowa, Realen-cyclopaedie 3, 297 ff. s. v. Bernstein.
3) Ich kenne nur den von der Tcnsfcldcr Au zu Schleswig-Holstein: 6 aureides Tiberius (3), Claudius (1) und Nero (2) zusammen gefunden, Mommsen,Römisches Münzwesen, S. 767, und den Fund von Crottorf, Kreis Oschersleben:5 aurei des Postumus, zusammen auf einen Bronzedraht gereiht, also kaum als