i^Z II. Abtheilung. II. Kapitel.
§. 2Z0.
Nun wollen wir im Gegentheil sehen, was die Hy-pothese, die ich prüfe, umwirft. Der Verlust der Wär-me, den man im Augenblick des Schmclzcns bemerkt,kömmt, sagt man, von der Vcrändrung der Kapaci-tät der Substanz her. Die Wärme nimmt also nurdann ab, wenn sie die Kapacität verändert: wenn sichaber die Kapacität verändert hat; so haben wir schoneinen flüssigen, anstatt des festen Körpers. Was hatalso diese Verwandlung hervorgebracht? Hierum be-kümmert man sich nicht; und so laßt man eines der wich-tigsten Phänomene ohne Ursache, um das zu erklären,was nur ein Ncbcnumstand ist. Denselben Fehler fin-det man, und noch aus eine ausfallendere Art, beydemVerdampfen, wovon ich hernach reden werde, undüberhaupt bey allen Phänomenen, wo man große Vcr-ändrungcn der Wärme wahrnimmt. Indem man sichnur, sage ich, mir diesen lczten Vcrändrungcn beschäf-tigt, und sie überall den Verandrungcn der Kapacitätbeymessen will, laßt man viele andre, nicht wenigerwichtige Umstände als dieser ist, ohne Ursachen. Diemittlere Kapacität zusammengefügter Substanzen, kannsich nicht ändern, ohne daß sich nicht eine andre wesent-liche Veränderung ereigne, wovon jene nur eine Folgeist. Wenn man also annimmt, daß sich alsdann nur dieWärme andre, so muß man den vorhergehenden Wir-kungen eine andre Ursache geben; hierum bekümmertman sich jedoch nicht. Dieses war die allgemeine Be-trachtung, die mich an der Hypothese zweifeln ließ, eheich noch selbst ihren eigentlichen Grund geprüft hatte:und diese Prüfung bestätigte mich in meiner Meynung.Ich werde noch neue Gründe angeben, wenn ich andrePhänomene der Wärme behandle.
§> 2ZI-