86 I. Abtheilung. II. Kapitel.
stanz, auf unserm Erdball; die, vor noch nicht fünf Iah-ren, für ein Element, gehalten wurde? Unbczweifelte,für die Physik in mehrerer Rücksicht äußerst wichtige,Versuche, haben uns belehrt, daß diese so gut bestimmteSubstanz, und welche wir doch wenigstens als ein Ele-ment, zu kennen rechneten, dennoch aus zwocn Sub-stanzen zusammengesezt sey; welche, isolirt, unbestimm-bar sind, und wovon wir nur soviel gewiß wissen, daßeine, die merklich schwere Substanz der bephlogistifir-ten Luft, und die andre, die der brennbaren Luft sey;und daß etwas mehr von der ersten, oder weniger vonder leztern, den charakterisirendften Unterschied zwischeneinem metallischen Kalke, und seinem Metalle ausma-che. Wie weit sind wir nun also, um die Natur die-ses vorgeblichen Elements zu bestimmen? bey der Ver-einigung zwoer Substanzen, die uns als isolirt cxistirend,unbekannt sind, und deren innere Natur uns also bisjezt ganzlich unerforscht ist.
§. I2l.
Diesen Substanzen kann man ohne Zweifel gleich-sam auf dem Fuße nachfolgen, durch das Gewicht,was die Zusammengeseztcn erhalten oder verlieren, mitdenen sie sich verbinden, oder von denen sie sich trennen.Ob es gleich wahr ist, daß man in der Chemie immer mitder Wage in der Hand fortgehen müsse; so ist es nichtweniger wahr, daß man bald wurde aufgehalten wer-den, wenn man an das Daseyn gewisser, auch sonst schonmerkbarer Substanzen nur dann erst glauben wollte,wenn die Wage sie sichtbar macht. Das Licht Z. B. alseine von den meisten Physikern betrachtete Substanz, hatwohl ohne Zweifel sein Gewicht, aber welche Wage wirdes anzeigen? Die Gerüche, die unbezweifelt von ge-wissen Körpern, und wahrscheinlich durch ein fMleittn-
des