Von der Hygromelrie. 65
besessen wird; so daß, wenn man einen Theil der Luftauszieht, man wirklich einen Theil der in dem Orte ein-geschlossenen hygroskopischen Substanzen wegnimmt;welcher Theil mit seinem Antheil am Wasser versehen seynwird. Was würde also die Ursache der Verminderungder Feuchlheit an diesem Orte seyn, weil der Grad derFeuchtheit Nicht in der absoluten Menge Wasser be-steht, sondern in dem, was die hygroskopischen Sub-stanzen, in Vergleich mit der Menge, die sie sättigt,besitzen (§ §. 27. 28)?
§. 89.
Wenn man also von dem wahren Sinn des Wor-tes Feuchlheit nicht abgeht, so wird man überhaupterkennen: daß Veränderungen in der Menge einer odermehrerer hngroskopischcr Substanzen an demselben Orte,keine Abandrung an der Feuchtheit machen werden,so lange die, welche hinein oder heraus gehen, einer-lei) verhältnismäßige Menge Wasser mit den übrigenhaben. Ware nun die Lust eine von diesen Substan-zen, wie man angenommen hat; so möchte man nochso viel davon unter der Glocke herausziehen, es wür-de der Ueberrest seinen Theil Wasser behalten, wiedie Substanz des Hygrometers: daher würde die Feucht-heit unter der Glocke immer dieselbe bleiben. Da diesnun nicht der Fall ist, und hingegen die Feuchlheit,so wie man die Luft auspumpt, sich vermindert: so mußnothwendig die Auvvünstung von einer andern Ur-sache, als der Auflösung des Wassers oder der Dün-ste durch die Lust herrühren.
De kücs Meteorologie. E § 9^-