64 I.Abtheilung. IN. Kapitel.
lieh zeigt das Hygrometer dadurch mehr Dünste an, alswirklich unter der Glocke sind. Wenn man also eineGlocke allmahlig auspumpt, so trocknen die ersten Aus-pumpungen das Haar in größcrm Verhältnisse, als die. Verdünnung der Luft ist. Die folgenden aber bringenbestandig größre Wirkungen hervor, weil sie beständiggrößere aliquote Theile der wirksamen Dampfe, die un-ter der Glocke geblieben sind, fortnehmen»
§- 87-
'Ich habe es nicht für nöthig gehalten, in diesemWerke die Gründe förmlich auseinander zu setzen, wes-wegen ich die Hypothese der Auflösung des 'Wassersdurch die Luft nicht annehme, und begnügte mich, ihrein anderes System der Ausdunstung entgegen zusetzen.Da aber dies durch Verdünnung der Luft unter der Glo-cke verursachte Trockenlverden, welches Phänomen H.Wilke in den schweb. Abhandl. vom Jahr 1781 genaubeschrieben hat, und durch diese Versuche deS Hrn. vonSaussüre bestätiget ist, dieser Hypothese widerspricht,so will ich aus diesem Gesichtspunkte den obenerzahltcnVersuch prüfen. Hr. von Saussüre erkennt zwar dieDämpfe' als ein unmittelbares Produkt der Ausdün-stung an; er sezt aber dann voraus, daß diese Dämpfedurch die Luft aufgelöst sind, d. h. das; die Luft sich ih.'rcr, wie jede andere hlMtsskopische Substanz, bemäch-tige; wodurch er nicht wesentlich die gemeine Hypotheseverändert hat.
§. 88.
Wir müssen also das Wasser, welches in dieMit Luft angefüllte Glocke gebracht wurde, ansehen,als ob es, wegen Vormundschaft, sowohl von derSubstanz des Hygrometers, als von den Lttfttheilchen
besessen