Von der Hygrometrie.
weniger, als wenn die Fasern schon merklich entferntsind. Hierzu kömmt eine cntgegengesezte Wirkung , inBetracht der Ursache der Verlängerung der Büschel:daß dieselbe Verlängerung der Fasern mehrern Einflußauf die Verlängerung ihrer Busche! hat, wenn sieam meisten parallel sind (d. h. immer bey troekncm Wet-ter), als wenn sie vielmehr durch Erweiterung der Ma-schen ein Zickzack ausmachen (denn hier geht die Ver-längerung der Fibern nicht mehr ganz in die Verlänge-rung des Streifens, sondern seitwärts, er schwellt auf).Noch ein Umstand tragt ferner zu diesem verschiedenenGang der beyden entgegengesehen Wirkungen bey, nämlichdie Spannung der Büschel, welche die Verlängerung derFasern begünstigt, und hingegen der Erweiterung derMaschen widersteht; welche aber bey schwacher Feucht-heit mehrern Einfluß auf die Büschel hat, als bey starker.
§- M.
Diese Organisation erklärt ein sonst schwer auszulö-sendes Phänomen, nämlich die große Ausdehnbarkeitdes Fischheinö, wenn man es in der O.ucerc nimmt;denn sonst müßte man annehmen, daß die Fasern sich inihrer ganzen Länge um a. jh^s Durchmessers entfernten,indem sie nur das Wasser zur Ursache ihrer Wiederverei-nigung haben: dieses ließe sich schwer begreifen, wennman die Kraft bedenkt, welche ihre Streifen bey dergrüßten Feuchtheit ausstehen können. Die Fasern die-ser Substanz müssen auch ausnehmend fein und ihre Ma-schen sehr klein seyn, damit so zarte und schmale Strei-fen, wovon ich geredet habe, die Kraft meiner Federnertragen können.
§.70.
Das Fischbein zeigt uns noch auf eine andere Weisedie Organisation der thierischen Substanzen und ihren
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