Druckschrift 
Erster Theil (1787)
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

Von der Hygrometrie. 47

§. 6?.

Ich sagte endlich, daß ein Hygrometer, wie jedesandere physikalische Maaß, wesentlich noch eine drit-te Eigenschaft besitzen müsse, daß sein Gang nämlich,mit der wirkenden Ursache im Verhältniß seyn müsse.Von diesem Kennzeichen wird man sich aber am schwer-sten überzeugen: ich will also darüber etwas ausführli-cher seyn.

§. 6z»

Der verschiedene Gang der Thermometer aus ver-schiedenen Flüssigkeiten, brachte mied nothwendig aufden Gedanken: daß an dergleichen Werkzeugen, die un-mittelbar sichtbaren Wirkungen, die verschiedenen In-tensitäten ihrer Grundursache nicht nothwendig propor-tional waren; und sie wurden sogar alle, auf den erstenAnblick, sobald sie merklich von einander abwichen, ver-dächtig. Man mußte also oder ^ su-chen, ob eine von diesen Wirkungen gewiß verwickelt wä-re, um dadurch denjenigen Gang, der noch am meistenmit den Differenzen in der Intensität der Ursache in Ver-hältniß war, zu bestimmen. Da ich nun bey dieser Un-tersuchung fand, daß ein Wajserthermometer, nach-dem es sich immer weniger, im Verhältniß mit allen an-dern, durch dieselbe Verminderung der Warme coniX'N-sirc hatte, sich endlich ausdehnte, da die andern sichnoch eondensitten; so schloß lch daraus: daß zwo ver-schiedene Ursachen, welche auf gleiche Weise von Vermin-derung der Wärme abhiengen, auf Verminderung desVolumens des Wassers wirkten; daß diese beyden Ur-sachen nicht denselben Gang hatten, in ihrem Verhaltengegen die Verminderung der Wärme; und'daß die eine,welche das Volumen des Wassers zu vermehren suchte,anfangs von der andern übertreffen wurde, aber diese

end-