44 5. Abtheilung. !Il. Kapitel.
§. ;L.
Ich ziehe die Federn, um diese Streifen zuspannen, den Gewichten vor, weil jene nicht nur be-quem fortzubringen sind, sondern auch vorzüglich, weilsie die Streifen in einerley Spannung erhalten, welchesein wesentliches Stück ist. Ich kenne keine vegetabilischeoder animalische Substanz, welckc, in die größte Fcucht-heit versczt, unter der Wirkung eines Gewichts oder einerFeder, keine absolute Verlängerung erlitte, die sie hcr-nachmals in allen ihren Veränderungen, bey derselbenSpannung, bcybchält, wenn die Spannung aber nach-laßt, verliert, und alsdann zeigt das Hygrometer, beygleicher Feuchtheit, nicht auf einerley Punkte der Skale.Man muß es also aufs neue, unter derselben Spannung, >in die größte Feuchthcit bringen, ehe man es beobach?Lcn kann, welches wenigstens unbequem ist.
§- 59-
Die Federn haben noch einen Vorzug vor denGewichten, und das Fifchbet 'n vor vielen andern Sub-stanzen, wenn man das Hygrometer im Winde beobach-tet. Der Wind bewegt die Gewichte , und macht dieAnzeigen des Instruments unsicher, weil die hygroskopi-sche Substanz dadurch wechsclswcise an- und losgcspanntwird, weswegen der Zeiger schwankt. Er schwankt auchdurch die bloßen Schwingungen, welche der Wind in derSubstanz verursacht, wenn der Unterschied in ihrer rän-ge, in den verschiedenen Zuständen wahrend einer Schwin-gung, ein merkliches Verhältniß gegen die Veränderun-gen der Lange hat, wodurch die Substanz die Feucht-'he'it mißt: dies har z. B. bey den Haaren statt. InAbsicht des Hschbeilis aber haben diese Unterschiede kei-nen merklichen Einfluß auf den Zeiger; denn seine hy-
grosko-