Von der Hpgrometrie.
§- 57.
Schon wegen dieser Eigenschaft würde ich'das Fisch-dein, einiger Unbequemlichkeiten ungeachtet, vorgezo-gen haben; es besizt aber noch andere Vorzüge. Ichhatte meine Hygrometer nickt gleich sehr empfindlich ge-macht, weil ich das Flschhcm zu groß und dicke ließ.Wie ich aus den Punkt der größten Trockenheit dachte,so suchte ich es feiner zu machen, und es glückte mir ge-wissermaßen durch ein Verfahren, das mich, bcn eini-ger Fertigkeit, noch mehr Vollkommenheit hoffen ließ;ich unterbrach aber damals meine hpgrometrischcn prak-tischen Arbeiten. Wie ick sie bey Gelegenheit desSaussürischcn Hygrometers wieder vornahm, machteich meine Streifen von Fischbein so zart, als ich nichtgehoft hatte, und ich habe es noch nicht einmal so weitgetrieben, als ich nach meiner Methode gehen konnte.Indessen habe ich einen Streifen, der etwa einen Fußlang und eine kinie brcir ist, welcher ohngefahr nureinen halben Gran wiegt. Ich bin hicrbey stehen geblie-ben, weil diese Streifen hinlänglich empfindlich sind;waren sie es noch mehr; so würde es für die Genauig-keit der Beobachtungen nacktheilig seyn; denn selbst beydiesem Punkt muß man sehr fertig beobachten, wenn dasWetter feucht ist, damit die Nahe des Beobachters sienicht, wegen vermehrter Warme, zur Trockenheit hin-steigen lasse. Die Feinheit der Fasern, und die Zähig.keit der Substanz, ist so groß, daß wenn man noch cm-pfindlichcre Hygrometer nöthig hatte, man sie noch zar-ter und schmaler machen könnte. Ich weiß es aus Er-fahrung, denn ich habe einen solchen Streifen, der einenFuß lang ist und nur ^ Gran wiegt, und dennoch dieKraft meiner Feder, welche am Gewicht ^ Unze gleichwar, aushielt.
§. 58.