zZ I. Abtheilung. I. Kapitel, Von der Ursache
in cincm Gefäße mit einer engen Ocffnung, wo man esso sehr von der Luft gcreiniget hat, daß die Stetigkeitweder in seiner Masse, noch mit dem Gefäße merklichunterbrochen wird; weil es alsdann zwar, an der obern.Flache seiner Säule keinen andern Druck, als den derAtmosphäre leidet, seine Theilchcn aber, bey der Tren-nung mehr Widerstand äußern , und die Dampfe mehrStärke gewinnen müssen, um eine erste Trennung zubewirken. Alsdann kann das Wasser ohne zu kochenviele Hitze annehmen. Ich habe in meiner Untersu-chung über die Modifikation der Atmosphäre einBeyspiel erzählt, wo ich diesen Ueberschuß an Hitze zu9 ^ meiner Grade, etwa 2 2° Fahrcnh. über den Kochpunktbrachte, und ich würde ihn vermuthlich noch weiter ge-trieben haben, wenn ich dies Wasser hätte zusammenhalten können. Sobald sich aber die Dämpfe hier bil-den konnten, war ihre ausdehnende Kraft so groß, daßsie sich niit einer Explosion zeigten, so daß ein ziemlichgroßer Theil des Wassers aus dem Gefäße gerissen, undder Ueberrest sogleich zu der Hitze des Siedepunkts ge-bracht wurde.
§. -L.
Die Beständigkeit der Hitze des kochenden Wassers,ist also eine unmittelbare Folge aus den Grundsätzen, dieich hierüber in Betracht des Größten bey den Wasser-dämpfen nach der Temperatur angegeben habe. Eskönnen sich in dem Innern des Wassers keine Dämpfebilden, außer wenn sie genug ausdehnende Kraft be-sitzen, um sich hier auszubreiten: sie erlangen aber dieseKraft nur dann, wenn die Hitze des Wassers zu einemgewissen Grade gekommen ist; sobald sie dieselbe erreichthaben, breiten sie sich aus, und entweichen. Alsdannkocht das Wasser, d. h. es wird von den Dämpfen, die
sich