?4 I. Abtheilung. !. Kapitel. Von der Ursache
§. 10.
Durch diesen gegenseitigen Hang der Wasser-theilten, der sich in den angeführten Phänomenen zeigt,zersetzen sich die Thcilchen der wasserigten Dünste,wenn sie in einen solchen Abstand kommen, daß die Thcil-chen des Wassers mehr Neigung haben, sich zu ver-einigen, als milden Feuerthcilen verbunden zu bleiben:und hieraus entspringt ein deutlich festgcseztcs Größtes,in der Dichtigkeit dieser Dünste bey derselben Tempe-ratur; so wie auch die Veränderung dieses Größtenmit der Temperatur, wie ich es eben erklärt habe.
§. ir.
Die wasserigten Dünste sind nur in Rücksicht ih-res Ganzen, aber keineswcges in Betracht ihrer Thcil-chen in einem beständigen Zustande; denn diese verän-dern sich immer. Diejenigen, welche in eine solche Lageund sich so nahe kommen, daß ihre Wassertheilcsteusich verbinden können, zersetzen sich, und das Wasserwird auf einen Augenblick frey; aber bald, indem essich in einem großern Raume befindet, verwandeln esneue Jeuertheilchen wiederum in Dünste. Ein be-ständiger Zustand dieser Dünste, ist also nur der, wodie Zersetzungen und Wiederzusammensehungen ein-ander merklich in derselben Masse aufheben; und ein be-stimmter Grad det Dichtigkeit bey einer gegebenen Tem-peratur, drücket ein Kleinstes der mitlern Entfernungaus, wobey dieses Aufheben Statt findet. Da aber dieseneuen Zusammensetzungen durch mchrcres Feuer in demRaume begünstigt werden; so wird bey einer wärmcrnTemperatur diese Mitlcre Distanz kleiner, oder dasGrößte in der Dichtigkeit großer.
§.12.