Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
Seite
436
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Jugunde erfährt nichts davon, daß ihreSchwester ihre Nebenbuhlerin geworden ist.„Ich habe" sagt Chlotar, als er zu ihr zu-rückkömmt, „deine Bitte erfüllt; deineSchwester hat, deinen Wünschen gemäß, anmir einen braven und reichen Mann bekom-men, und du wirst, wie ich hoffe, nichtsdarwider einzuwenden haben." Jugundewar zu klug, um ihre eigentlichen Gesin-nungen über das Benehmen ihres Gemahleszu verrathen, und die Fortdauer seinerGunst war die einzige Bedingung, um diesie bath. Sowohl diese als andere Misse-thaten, die sich Chlotar zu Schulden kom-men ließ, glaubte er durch eine Wallfahrt,die er, kurz vor seinem Tode, nach demGrabe des h. Martins in Tours vornahm,wieder abzubüßen. Der Heilige, vor demer sich mit Thranengüssen niederwarf, sollteihn mir Gott wieder aussöhnen; sollte ihnvon der drückenden Sündenlast bcfrcyen.Und dieser höchst grausame und wollüstigeKönig hatte das Glück, daß er alle seinedrey Brüder, und deren Nachkommen,überlebte, und Chlodewigs ganzes Reich

wieder