Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
Seite
422
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wohlüberlegter Bescheidenheit, einen Knechtder Knechte des Herrn. Einer seiner Vorngänger, Felix II, ein Zeitgenosse Odoa-chers, hatte sich schon das Recht angcmafit,im Nahmen des Apostels Petrus und deSh. Geistes, einen vornehmen Herrn amHofe zu Consiantinopel in den Bann zuthun. Dessen Nachfolger, Gelasius I,scheute sich schon nicht, den Vorzug der geist-lichen Macht vor der weltlichen zu behaup-ten, und von dem Kaiser Anasiasius Gehor-sam zu verlangen. Pelagius II, Gregors I,(des Grosien) Vorgänger, that noch einenSchritt weiter. Er erklärte das Oberhauptder Kirche für unfähig, Fehler zu begehen,für untrüglich. Gregor I selbst brauchte dieRechte eines Oberbischofs der Christenheitschon in ihrem ganzen Umfange. Er übtedie geistliche Obergerichtbarkeit aus, ordneteneue Kirchcngebräuche an, gab Gesetze, diefür die ganze Christenheit verbindlich seynsollten, und entschied Streitigkeiten in Glau-bcnssachcn. Durch ihn erhob sich die Anru-fung der Heiligen, und die Vcrdienstlichkeitder guten Werke, zu einem herrschendenLehrsätze der katholischen Kirche, der zur

Ver-