zi6
kein eigentlicher Liebhaber der MM, hieltdoch die Schauspiele zur Zerstreuung desgroßen Publikums für dienlich. Er veran-stalte daher häufige Schauspiele und Con-certe, deren Inhalt von gewissen dazube-stellten Acdilen, oder Policeyaufsehern, vorihrer Aufführung, untersucht werden mußte.Unter dem mürrischen Tiber hatten die ver-schwestertcn Künste ein ungünstiges Schicksal.Es wurde im Schauspiclhause ein Mord be-gangen. Dieß bewog den Tiberius, alleTvnkünstlcr und Schauspieler aus Rom zuverbannen, und sie dursten nicht eher, alsunter der Negierung des Caligula, wiederzurückkommen, der sie mit Wohlthaten über-häufte, der den berühmten Sänger undSchauspieler Nestor unter seilte Lieblingeversetzte. Um diese Zeit kamen asiatischeTonküustlcr nach Rom, welche den Charak-ter der römischen Musik weichlicher stimm-ten. Nie erreichte aber die Tonkunst zuRom eine höhere Stufe des Ansehens, alsunter dem auf den Ruhm eines berühmtenVirtuosen so stolzen Nero. In den folgen-den Zeiten schätzten die Römer die Tonkunstblos wegen des sinnlichen Vergnügens, wel-ches