Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
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man bewunderte sein ausserocdentliches Ge-dächtnis, welches ihn in den Stand setzte,ein Buch, das er einmahl gelesen hatte, ausdem Kopfe herzusagen, und die Nahmen vonallen Soldaten unter seiner Armee zu mer-ken. Zedermann hatte bey ihm freyen Zu-tritt; jedermann durfte ihm seine Bitten undVorstellungen mit aller Freymüthigkeit vor-tragen. ,Jn seinem Aeusserlichcn war Hadrianvon aller Pracht und Prahlcrey weit entfernt.

Doch in dem schönen Charakter Hadriansgab es, nicht weniger als bey andern Sterb-lichen, einige Flecken. Seine Freygebigkeitwar ohne Schranken; seine Leichtgläubigkeit,die zum Theil durch den Glauben an Stcrn-dcutcrcy und Zauberey unterhalten wurde,verleitete ihn, allen zu trauen, die ihre Ne-bcnmcnschcn in einen schlimmen Verdacht beyihm zu bringen suchten; seine Zärtlichkeit ge-gen schöne Jünglinge, gute Jagdhunde undPferde war tadelnswcrch. Er baute den lctz-tcrn Grabmahler, deren Inschriften er selbstverfertigte. Er betrauerte den Tod des schö-nen Bithyniers Autinous, der, wie man sagt,der Erhaltung der Gesundheit des KaisersG 2 sein